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Fritz Huhn - Lehrer In Radevormwald und Olympiateilnehmer (26.9.)

Fritz Huhn, zwei Jahre Lehrer in Radevormwald war Olympiateilnehmer 1928 und mehrfacher Deutscher Meister im Hochsprung. Hier ein Porträt dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit.

Fritz Huhn wurde am 26. September 1900 in Jena in der Bachstraße als zweiter Sohn seines Vaters Ernst Huhn geboren.

Nach dem Umzug der Familie in das 1902/03 neu erbaute Haus in der Gartenstraße verbrachte er dort auch seine frühe Jugend. Es stellte sich früh heraus, das der Sport ein große Leidenschaft von ihm war.

Er besuchte ein Lehrerseminar in Weimar um im Werratal seine erste Lehrerstelle zu bekommen. Er sah eine wesentliche Aufgabe darin, junge Menschen aller Berufsgattungen zum Sport zu führen. Es gelang ihm dies umso mehr, als er selbst aktiv Sport trieb - zu jener Zeit für einen Lehrer immer noch etwas Außergewöhnliches. Mit diesen jungen Sportlern aus Dörfern und Kleinstädten nahm er an Kämpfen aller Art, vor allem an sogenannten Bergturnfesten teil, die auf den Bergen des Thüringer Waldes bis hinüber zur Wasserkuppe der Rhön stattfanden und auf denen zwar der moderne Geist des Sportes schon seinen Einzug gehalten hatte, aber bei denen noch nicht jene Perfektion in Organisation und Technik erreicht war wie heute. So erzählte Herr Huhn einmal schmunzeln seinen späteren Schülern des Wilhelmgymnasiums, daß er auf einer dieser Veranstaltungen mit 9,6 sec Weltrekord über 100 m gelaufen sei.

Zu Ende ging diese Zeit, als er, nachdem er seine zweite Staatsprüfung mit "sehr gut" bestanden hatte, in seine Heimatstadt Jena zurückkehrte. 1927 legte er an der dortigen Universität die Turnlehrerprüfung ab und arbeitete die folgenden sieben Jahre als Assistent am Institut für Leibesübungen. Während jener Zeit hat sich Herr Huhn, neben den Erfolgen seiner persönlichen sportlichen Laufbahn im Schul-Sport einen Namen gemacht. Außerdem war er, als Redakteur des Sportteiles, Mitarbeiter einer Jenaer Zeitung. Anschließend an diese Tätigkeit war er bis 1945 Sport- und Heimleiter an der Lehrerbildungsanstalt in Meiningen (Thüringen).

Nach dem Zusammenbruch Deutschlands kehrte Herr Huhn wieder nach Jena zurück. Um das väterliche Geschäft zu übernehmen, legte er 1947 die Gesellenprüfung des Glaserhandwerks ab. Als jedoch der Druck und der Zwang seitens der SED immer stärker wurden, und er sich um eine wirtschaftlich gesicherte Existenz aufbauen zu können, politisch und parteilich hätte binden müssen, verließ er schweren Herzens seine Heimat und floh in die Bundesrepublik, wo er im Januar 1952 ankam.

Nach Radevormwald kam er auf Vermittlung einer Schwägerin aus Lübeck. Diese wußten nämlich, dass eine befreundete Familie aus Jena in Dahlhausen wohnte. So konnte Fritz Huhn mit seiner Frau zuerst bei einer Familie Weber aus Radevormwald unterkommen. Wohnraum war zu jener Zeit kurz nach dem Krieg kaum vorhanden, so daß die Verhältnisse sehr beengt waren. Schließlich zog die Familie in die Telegrafenstraße.

Zum Schulwechsel Ostern 1952 – zu jener Zeit fand dieser noch zu Ostern statt – fand er eine Anstellung an einer ortsansässgigen Schule. Seine Frau war ebenfalls an dem Institut tätig, sie unterrichtete Englisch, Französisch und Mathematik. Ende 1953 zog es die Familie aber nach Süden in die Stadt Geislingen. In der dortigen Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) hatten in der Zwischenzeit ehemalige Kollegen aus Jena eine Anstellung gefunden.

Nach einer kurzen Zwischenperiode dort unterrichtete er bis 1966 am Wilhelms-Gymnasium in Stuttgart. Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner Familie nach Heidelberg um, wo er zuerst in Handschuhsheim und ab 1971 auf dem Boxberg wohnte. Seit Ende 1984 lebte er dann wieder im Rollossweg in Handschuhsheim, weil er zunehmend auf die Pflege seiner Familie angewiesen war.

Die Sport-Karriere von Fritz Huhn

Die Sport- Karriere von Fritz Huhn war äußerst beeindruckend. Er war Teilnehmer der olympischen Spiele 1928 in Amsterdam; 1923 und 1926 war er deutscher Meister im Hochsprung; 1925 und 1929 belegte er ferner bei deutschen Meisterschaften zweimal den zweiten, einmal den dritten und einmal den vierten Platz. Darüber hinaus war er fünfmal mitteldeutscher Meister im Hochsprung. 1926 und 1927 belegte er bei Sportfesten in Magdeburg den ersten Platz, ebenfalls 1926 siegte er bei einem "Internationalen" der Stuttgarter Kickers.

Der gebürtige Jenaer sprang 16mal zwischen 1,86 m und 1,88 m hoch; diese Höhen werden noch beachtlicher, wenn man bedenkt, daß er dabei bis zu 21 cm seine eigene Körpergröße übersprang. Nach eigener Schilderung startete er bei Wettkämpfen immer als "Kleiner gegen Große", was ihn sowohl im Inland wie auch im Ausland zu einer gewissen Popularität verhalf.

Die einheimischen Zigaretten- und Backpulverfabriken legten ihren Produkten Bilder von "Huhn, Jena" bei. Auch nachdem Fritz Huhn seine aktive Laufbahn beendet hatte, blieb er den Sportplätzen treu. Von 1930 bis 1943 wohnte er fast jeder Meisterschaft als Kampfrichter bei; von 1935 bis 1945 war er Hochsprungtrainer der deutschen Nationalmannschaft; 1936, bei der Olympiade in Berlin, war er Obmann des gesamten Sprunggerichts und dadurch mit verantwortlich für Planung und Organisation; von 1935 bis 1945 war er Fachwart für Leichtathletik in Mitteldeutschland. In dieser Zeit hielt er eine Vielzahl von Kursen und Lehrgängen ab, sowohl den Sport im allgemeinen als auch den Hochsprung speziell betreffend.

Quellen:

  1. Konrad Preiser (http://www.preiser.de/fritz/homefri3.htm)
  2. Würdigung von Gymnasialrat Fritz Huhn in der Schülerzeitung "Sinus" des Stuttgarter Wilhelms-Gymnasiums aus dem Jahre 1961
  3. Lotte Preiser, Heidelberg, Tochter von Fritz Huhn in mündlicher Überlieferung im August 2002

 

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