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Leserbrief: Thema Schließung von „Feldermanns Hütte“

Lily Braun Kita: Mit großem Bedauern haben wir die Schließung von „Feldermanns Hütte“ vernommen und können und wollen es nicht recht glauben. Für uns als einer der Kindergärten deren Waldtag nun gefährdet ist, ist es mehr als schade.

In der Natur regelmäßig unterwegs zu sein, hilft Kindern Resilienz zu entwickeln, ihre Kreativität zu entfalten sowie nachhaltig zu lernen.
Seit 7 Jahren gehen wir einmal in der Woche mit unseren Vorschulkindern ins Wiebachtal und erkunden vor Ort in den heimischen Wäldern, bei Wind und Wetter, den Wald mit allen Sinnen. Naturerfahrung, Umweltschutz und Achtsamkeit stehen dabei an erster Stelle – in Zeiten des Klimawandels, Klimaschutzmaßnahmen wie „Fridays for Future“ sowie der neuen Volkskrankheit „Burnout“ eine wichtige und elementare Aufgabe, unseres Erachtens! 


„Feldermanns Hütte“ durften wir stets nutzen, um uns nach aufregenden und abenteuerlichen Wald-Vormittagen auszuruhen, zu vespern und nach Nässe und Kälte umzuziehen. Die urige Hütten- Atmosphäre mit ihrem ganz bestimmten Duft gehörte zum Waldtag dazu. Zunächst stellten wir uns die Frage, wie so eine Hütte aufgebaut ist, welche Materialien früher zum Bau genutzt wurden. Die Faszination ist immer sehr groß gewesen, wenn die Kinder erfahren haben, dass diese Hütte aus Holz und Lehm uns vor Regen und Wind beschützt. Am Feuer lauschten wir der Geschichte vom „Räuber Hotzenplotz“, aßen die im Feuer gegarten Kartoffeln. Nicht nur das knisternde Feuer konnten wir so genießen, sondern auch den Umgang damit erlernen. Welch eindrucksvolle Erfahrung war das. 

An einer Wand in der Hütte hängt ein Wildschweinfell. Wer hat schon mal die Möglichkeit ein echtes Wildschweinfell zu berühren und zu fühlen, wie sich Borsten anfassen und wo sie uns im Alltag ggf. schon einmal begegnet sind (beim Pinsel zum Malen).
Oder: Wer kennt schon noch eine Klöntüre? 

Die Hütte ist für unsere Waldtage (in ihrer Einfachheit) immer ein Schutzraum und Ausgangspunkt für Abenteuer gewesen. Sie selbst bot uns unzählige Abenteuer. 

Wir werden sie vermissen und fragen uns, wie bewusst den Verantwortlichen der Schließung ist, welchen Lebens- und Lernraum unseren Kindern genommen wurde! Sicherlich ist ein Waldbesuch auch ohne Hütte möglich. Die Gemeinschaft in der Hütte, die Möglichkeit des sich Umziehens und der letztliche Schutz der Hütte sind an dieser Stelle allerdings unentbehrlich! Es heißt: Kinder schützen das, was sie lieben gelernt haben. Der wöchentliche Waldtag, mit der dazugehörigen Hütte, galt stets als Highlight der Woche für die Kinder! 

Wir danken Familie Fuchs für 7 wunderbare Jahre – um, neben, hinter und vor allem in der Hütte … Wir danken für die tolle, freundliche Atmosphäre, für die Treckerfahrten, für‘ s Sally streicheln, Ponys füttern, Hochlandrinder bewundern und für die Möglichkeit, unsere Kinder für die Wichtigkeit und Schönheit des Waldes zu sensibilisieren! 

Das Team der Lily Braun Kita 
September 2020


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