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Arbeitsmarkt Juni 2009

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni – aber Abstand zum Vorjahr wächst

Leichter Zuwachs des Stellenangebots
Obwohl die Arbeitskräftenachfrage im Juni leicht zunahm konnten weniger Arbeitslose eine neue Stelle antreten als im Mai. Dies wurde nur teilweise durch vermehrte Aufnahmen von Bildungsmaßnahmen bzw. durch andere arbeitsmarktpolitische Instrumente aufgefangen. Immerhin ließ die Zahl der Arbeitslosmeldungen aufgrund von Arbeitsplatzverlusten gegenüber den Vormonaten nach.

„Der erneute leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit sollte nicht als Trendwende interpretiert werden“, so Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, „Die starke Inanspruchnahme der Kurzarbeit und der massive Stellenrückgang gegenüber 2008 sind deutliche Indikatoren für die gegenwärtig schwierige Lage am Arbeitsmarkt“. Der Juni 2009 ist vielmehr der vierte Monat hintereinander, in dem bei der Arbeitslosigkeit der Vorjahresstand übertroffen wurde; dabei hat sich dieser Abstand ständig weiter vergrößert. Der Arbeitsmarkt bietet gegenwärtig ein Bild mit Licht und Schatten: Während einerseits in 240 unterschiedlichen Berufen die Arbeitslosigkeit zurückging – hierzu gehörten insbesondere Maler und Lackierer, Kunststoffverarbeiterhelfer, Gartenbaukräfte und Berufskraftfahrer im Personenverkehr – stiegen andererseits in 260 Berufen die Zahlen – insbesondere bei Produktionsmitarbeitern im Metallbereich, Lagerkräften und Kaufleuten; selbst Zerspanungsmechaniker und Schweißer mussten eine steigende Arbeitslosigkeit erleben.

Nach 4.777 Arbeitslosmeldungen, darunter 1.952 unmittelbar nach einem Arbeitsplatzverlust, und 4.925 Abmeldungen, darunter 1.583 durch Arbeitsaufnahmen, blieben im Juni 28.013 Männer und Frauen arbeitslos; ihre Zahl lag um 153 oder 0,5 Prozent niedriger als im Mai, jedoch um 1.408 oder 5,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Somit werden zurzeit immer noch mehr Arbeitnehmer entlassen als eingestellt. Die Arbeitslosenquote betrug 7,6 Prozent nach 7,7 Prozent im Mai und 7,3 Prozent im Juni 2008.

60,4 Prozent der Arbeitslosen zählten zu den Kunden der Arbeitsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II. Die Zahl dieser 16.918 Arbeitslosen blieb insgesamt gesehen nahezu auf dem Stand vom Vormonat (-29 oder ‑0,2 Prozent) während der Vorjahresstand noch deutlich unterschritten wurde (-947 oder -5,3 Prozent). Die Zahl der Kunden der Agentur für Arbeit ging im Berichtsmonat um 124 oder 1,1 Prozent auf 11.095 zurück und lag damit aber um 2.355 oder 26,9 Prozent über dem Stand vom Juni des Vorjahres. Der aktuelle Rückgang basiert überwiegend auf Einmündungen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen: 1.452 Männer und Frauen begannen eine Ausbildungsmaßnahme oder eine Bildungs- bzw. andere arbeitsmarktpolitische Maßnahme, dabei wechselten 423 in die Betreuung Dritter und wurden entsprechend einer geänderten gesetzlichen Regelung[1] ebenfalls nicht mehr als Arbeitslose gezählt.

„Der Arbeitsmarkt ist auch weiterhin, wenn auch eingeschränkt, für qualifizierte und mobile Kräfte aufnahmefähig.“, so Stefan Krause.

„Zusätzlich hat das arbeitsmarktpolitische Instrument Kurzarbeit, welches die Arbeitslosigkeit deutlich entlastet, eine erhebliche Bedeutung. Ohne Kurzarbeit wären viele Unternehmen gezwungen, Fachkräfte zu entlassen, die bei einem Aufschwung nach der Krise dringend benötigt werden. Ansonsten hätten wir bis zu 8.000 Arbeitslose mehr. Ich wünsche mir, dass diese hohe Bereitschaft, eingearbeitetes qualifiziertes Personal im Betrieb zu halten, auch bei anderen Unternehmen, die derzeit über Kündigungen nachdenken, dazu führt, alternativ Kurzarbeit in Betracht zu ziehen“. Krause weist auf einige Rechtsänderungen hin: „Der Gesetzgeber hat mit seiner Entscheidung, die mögliche Bezugsdauer von Kurzarbeit auf 24 Monate zu verlängern und dem Arbeitgeber ab dem 7. Monat der Kurzarbeit (frühestens ab 01.07.2009) pauschal die vollen Sozialversicherungsbeiträge zu erstatten, die Bedingungen nochmals verbessert. Deshalb hoffe ich, dass die Betriebe, in die Kurzarbeit demnächst ausläuft, noch Möglichkeiten sehen, diese zu verlängern statt Mitarbeiter freizusetzen.“

Zurzeit sind bei 902 Firmen Anzeigen über Kurzarbeit für bis zu 28.949 Arbeitnehmern bewilligt worden. Endgültige Daten über die tatsächlich ausgeübte Kurzarbeit liegen erst in einigen Wochen vor, wenn alle Abrechnungen der Betriebe eingereicht sind. Aus der zuletzt vorliegenden Statistik für den März geht eine Umsetzungsquote von 91 Prozent hervor; dies würde bei analoger Anwendung bedeuten, dass gegenwärtig etwa 26.350 Beschäftigte tatsächlich von Kurzarbeit betroffen sind. Vor drei Monaten fielen im Durchschnitt 37 Prozent der Arbeitszeit aus. Der regionale Schwerpunkt der Kurzarbeit liegt im Oberbergischen Kreis mit 536 Betrieben mit Anzeigen für bis zu 19.504 Kurzarbeiter. Im Rheinisch-Bergischen Kreis üben 239 Betriebe mit bis zu 5.732 Arbeitnehmern Kurzarbeit aus und in Leverkusen 127 Betriebe mit bis zu 3.713 Arbeitnehmern.

Der hiesige Arbeitsmarkt bot im Juni in regionaler Betrachtung ein sehr heterogenes Bild: Zwar ging sowohl in den beiden Landkreisen als auch in der kreisfreien Stadt Leverkusen die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Mai zurück, jedoch reichten diese Abnahmeraten von -1,0 Prozent in Leverkusen bis -0,1 Prozent im Oberbergischen. Während vom Rückgang in Leverkusen mehr die Kunden der Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL) profitierten, waren es im Oberbergischen Kreis die Kunden der Agentur für Arbeit – gleichzeitig stieg hier die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitsgemeinschaft Oberberg; im Rheinisch-Bergischen Kreis waren es auch eher die Kunden der Kooperationsgemeinschaft Arbeit und Soziales (K-A-S). Der Vorjahresvergleich weist für alle drei Teilregionen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit bei den Kunden der Agentur auf. Lediglich im Oberbergischen Kreis übertrifft nunmehr die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arge den Vorjahresstand. Der Blick auf die einzelnen Kommunen bietet eine noch größere Vielfalt: Gegen den generellen leichten Rückgang im Gesamtbezirk stieg die Arbeitslosigkeit in den oberbergischen Kommunen an der westlichen Kreisgrenze von Radevormwald bis Engelskirchen. Im Rheinisch-Bergischen Kreis erfolgte diese Zunahme vor allem in Leichlingen und Wermelskirchen.

Der Oberbergische Kreis wies im Gegensatz zu seinen bergischen Nachbarn im Juni eine – in der Summe – stagnierende Arbeitslosigkeit auf. Nach 2.082 Arbeitslosmeldungen, darunter 856 unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit, und 2.086 Abmeldungen, darunter 666 Einmündungen in eine Erwerbstätigkeit, ging die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Mai um 15 oder 0,1 Prozent auf nunmehr 10.852 zurück; der Vorjahresstand wurde damit um 1.817 oder 20,1 überschritten. Dieser Anstieg gegenüber dem Vorjahr traf vor allem die Berufsanfänger (+37,1 Prozent) und die älteren Jahrgänge ab 55 Jahren (+26,1 Prozent). Bezogen auf die einzelnen Kommunen erlebten Marienheide (+45,3 Prozent), Bergneustadt (+29,6 Prozent), Wiehl (+27,5 Prozent) und Reichshof (+26,8 Prozent) die deutlichsten Verschlechterungen; lediglich in Morsbach (+0,8 Prozent) blieb die Arbeitslosenzahl nahezu auf Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote für das Kreisgebiet blieb mit 7,5 Prozent auf dem Mai-Stand nach 6,3 Prozent im Juni 2008. Von den 10.852 arbeitslosen Männern und Frauen entfielen 5.065 auf die Kunden der drei Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit, 105 oder 2,0 Prozent weniger als im Vormonat jedoch 1.805 oder 55,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Weitere 5.787 Arbeitslose zählten zu den Kunden der Arge Oberberg, 90 oder 1,6 Prozent mehr als im Mai und 12 oder 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Einige Kunden der Arge hat in ihrer letzten Beschäftigung noch nicht mindestens 1 Jahr gearbeitet, um einen neuen Anspruch auf das Arbeitslosengeld I zu erwerben. Außerdem meldeten sich verschiedentlich Beschäftigte an den Standorten der Arge, die in ihren Betrieben Kurzarbeit verrichten und dadurch Einkommensverluste erleben, die zu einem Anspruch auf aufstockende Leistungen der Arge führen. Sie zählen zwar nicht zu den Arbeitslosen, aber zu den hilfebedürftigen Leistungsempfängern.

Die oberbergischen Betriebe boten im Juni noch 542 Stellen für eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung an, 17 oder 3,2 Prozent mehr als im Mai aber 320 oder 37,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Davon wurden 151 Stellen durch Zeitarbeitsunternehmen angeboten. Gesucht werden vor allem Verkaufskräfte in der Systemgastronomie, Außendienstmitarbeiter, Kranken- und Altenpflegekräfte, Elektroinstallateure, Friseure, Schweißer sowie Maler und Lackierer.

Nach 1.130 Arbeitslosmeldungen und 1.161 Abmeldungen sank im Geschäftsstellenbezirk Gummersbach die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Mai um 34 oder 0,6 Prozent auf 5.917; dies waren 1.059 oder 21,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. 3.080 Arbeitslose zählten dabei zum Kundenkreis der Arge. Die Arbeitslosenquote blieb mit 7,6 Prozent auf dem Stand des Vormonats nach 6,3 Prozent im Juni 2008. Die meisten Arbeitslosen waren Hilfskräfte, insbesondere auch aus dem Metallbereich. Zu den häufigsten Berufsgruppen zählten auch Bürofachkräfte, Raumpflegekräfte, Verkäufer, Helfer in der Produktion von Kunststoffprodukten, Verkaufshilfen und Montierer. Bemerkenswert ist die ständig steigende Arbeitslosigkeit von Zerspanungsmechanikern Drehtechnik, die noch vor einigen Monaten zu den besonders häufig gesuchten Arbeitskräften zählten und dabei sehr gute Einkommen erzielen konnten.

Im Bezirk Gummersbach hatten die Betriebe den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Arge zur Besetzung von 244 normalen sozialversicherungspflichtigen Stellen eingeschaltet, 21 oder 9,4 Prozent mehr als im Mai, jedoch 180 oder 42,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gesucht wurden Arbeitskräfte in 74 unterschiedlichen Berufen, insbesondere Krankenpflegekräfte, Maschinenbauingenieure, Elektroingenieure, Bürofachkräfte, Elektroinstallateure und Maler und Lackierer.

Im Kreissüden, dem Geschäftsstellenbezirk Waldbröl, sank nach 481 Arbeitslosmeldungen und 517 Abmeldungen die Arbeitslosenzahl in den letzten vier Wochen um 37 oder 1,4 Prozent auf 2.580; dies waren 325 oder 14,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Laufe des Monats hielten sich Arbeitsplatzverluste (194) und Arbeitsaufnahmen (189) nahezu die Waage. Von den 2.580 Arbeitslosen zählten 1.470 zu den Kunden der Arge Oberberg. Die Arbeitslosenquote betrug 7,7 Prozent nach 7,8 Prozent im Mai und 6,7 Prozent im Juni 2008. Zu den häufigsten Berufsgruppen bei den Arbeitslosen im Südkreis zählten vor allem Hilfsarbeiter, Helfer in der Kunststoff- und Metallverarbeitung, Raumpflegekräfte, Bürofachkräfte und Verkäufer. Immerhin ging die Arbeitslosigkeit bei Maurern, Kfz-Instandsetzern und 88 weiteren Berufen zurück.

111 Stellen für eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung standen in den Betrieben in Waldbröl, Morsbach, Nümbrecht und Reichshof für eine Besetzung offen; dies waren 6 oder 5,7 Prozent mehr als im Mai aber 60 oder 35,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Aktuell suchen diese Betriebe vor allem Außendienstmitarbeiter, Elektroinstallateure, Sozialbetreuer, Bürofachkräfte und Krankenpflegekräfte.

Abweichend von den übrigen Geschäftsstellenbezirken im Oberbergischen Kreis erlebte die Region zwischen Radevormwald und Wipperfürth einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um 56 oder 2,4 Prozent auf 2.355. Der Stand vom Juni 2008 wurde damit um 433 oder 22,5 Prozent überschritten. Von den 2.355 Arbeitslosen zählten 1.237 Männer und Frauen oder 52,5 Prozent zu den Kunden der Arge Oberberg. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,9 Prozent im Vorjahr über 7,0 Prozent im Vormonat auf nunmehr 7,2 Prozent. Die Zunahme der Arbeitslosenzahl im Städtedreieck des Nordkreises erstreckte sich über 87 unterschiedliche Berufe, insbesondere auf Verkäufer, Verkaufshilfen, Montiererhelfer, Zahnarzthelferinnen, Kellner, Zerspanungsmechaniker Drehtechnik und Schweißer. Andererseits ging in 66 Berufen die Arbeitslosigkeit zurück, wenn auch teilweise in sehr geringem Umfang; rückläufige Zahlen gab es insbesondere bei Altenpflegekräften, Kfz-Instandsetzern, Friseuren und Kraftfahrern.

Die Betriebe an der Wipper bzw. Wupper wiesen im Juni 187 freie Stellen für eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf; 10 oder 5,1 Prozent weniger als im Mai und 80 oder 30,0 Prozent weniger als im Juni 2008. Gesucht wurden insbesondere Verkaufskräfte in der Systemgastronomie, Landschaftsgärtner, Zentralheizungs- und Lüftungsinstallateure sowie Alten- und Krankenpflegekräfte.

Trotz eines leichten Rückgangs der Arbeitslosigkeit im Rheinisch-Bergischen Kreis ist der Abstand zum Vorjahr weiter geschrumpft: Wurde im Mai der Arbeitslosenbestand von vor zwölf Monaten noch um 310 oder 3,1 Prozent unterschritten, hat sich dieser Abstand im Juni auf -102 oder -1,0 Prozent verringert. Mit 9.667 arbeitslosen Männern und Frauen fiel dieser um 65 oder 0,7 Prozent niedriger aus als im Vormonat. 6.052 oder 62,6 Prozent der Arbeitslosen zählten zu den Kunden der K-A-S. Der Anteil dieser Kundengruppe ist hier deutlich höher als im benachbarten Oberbergischen Kreis (53,3 Prozent) und erreicht in der Kreisstadt Bergisch Gladbach mit 71,0 Prozent den höchsten Anteil aller Kommunen im Agenturbezirk. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,9 Prozent auf dem Stand des Vormonats nach 7,0 Prozent im Vorjahr. Trotz eines – wenn auch geringen – Rückgangs der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr wurden mit 5.256, 392 oder 8,1 Prozent mehr arbeitslose Männer registriert und mit 996 insgesamt 12,9 Prozent mehr arbeitslose Berufsanfänger.

437 Stellen für eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung waren im Juni bei den rheinisch-bergischen Betrieben noch unbesetzt, 16 oder 3,8 Prozent mehr als im Mai aber 222 oder 33,7 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Aktuell suchen diese Betriebe insbesondere Krankenpflegekräfte, Altenpfleger, Erzieherinnen, Verkaufsstellenleiter, Landschaftsgärtner, Maler und Lackierer, Helfer im Lagerbereich, Bürofachkräfte, Sozialpfleger und Friseure. Das Stellenangebot erstreckt sich über 156 unterschiedliche Berufe.

Der Bezirk der Hauptagentur Bergisch Gladbach wies im Juni 2009 einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 106 oder 1,5 Prozent auf 6.865 aus. Dabei wechseln kontinuierlich immer mehr in eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme und immer weniger in eine Erwerbstätigkeit. Immerhin blieb die Arbeitslosenzahl noch um 299 oder 4,2 Prozent unter dem Stand vom Juni 2008. Gleichwohl erlebten aber auch hier Männer und Berufsanfänger innerhalb der letzten Monate eine steigende Arbeitslosigkeit. Von den 6.865 Arbeitslosen zählten 4.418 oder 64,4 Prozent zu den Kunden der K-A-S. Die Arbeitslosenquote für Bergisch Gladbach und die angrenzenden rheinisch-bergischen Kommunen betrug 7,0 Prozent nach 7,1 Prozent im Mai und 7,4 Prozent im Vorjahr. Vom aktuellen Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten insbesondere Kochhelfer, Maler und Lackierer, Einzelhandelskaufleute, Kraftfahrer und Lager- und Transportarbeiter. Andererseits stiegen die Zahlen bei Raumpflegekräften, Lebensmittelverkäufern, Lagerverwalterhelfern und Hilfsarbeitern.

Das Stellenangebot für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen blieb mit 323 nahezu auf Vormonatsniveau (-5 oder -1,5 Prozent); das Vorjahresniveau wurde aber um 138 oder 29,9 Prozent unterschritten. Die Betriebe und Verwaltungen suchten vor allem Sozialpfleger, Krankenpflegekräfte, Groß- und Einzelhandelskaufleute, Bürofachkräfte, Kindergärtnerinnen, Maler und Lackierer sowie Verkäufer.

Ähnlich wie im Nordteil des Oberbergischen Kreis stieg – abweichend von der Kreisentwicklung – auch in den drei Rhein-Wupper-Kommunen im Juni die Arbeitslosenzahl und überstieg auch den Vorjahresstand: Im Geschäftsstellenbezirk Wermelskirchen lag danach die Zahl der Arbeitslosen mit 2.802 um 41 oder 1,5 Prozent über der vom Mai und um 197 oder 7,6 Prozent über der vom Juni 2008. Auch zwischen Leichlingen und Wermelskirchen ging diese Entwicklung besonders zu Lasten der Männer und der Berufsanfänger. Bemerkenswert ist, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Burscheid - dem Standort von Automobilzulieferern - kaum stattfindet, sondern sehr viel deutlicher in Wermelskirchen und Leichlingen. Während Wermelskirchen umfangreiche Pendelverflechtungen mit Remscheid aufweist, sind für Leichlingen Leverkusen, der Kreis Mettmann und Köln bedeutsam. Die Zahl der Arbeitslosen aus dem Betreuungsbereich der K-A-S fiel mit 1.634 entgegen der Gesamtentwicklung um 94 oder 5,4 Prozent niedriger aus als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,2 Prozent im Vorjahr über 6,5 Prozent im Vormonat auf nunmehr 6,6 Prozent. In den letzten zwölf Monaten wuchs die Arbeitslosigkeit insbesondere bei Metallhilfsarbeitern, Kraftfahrern, Schlossern, Lagerverwalterhelfern, Tischlern und Zerspanungsmechanikern.

Das Stellenangebot im Nordkreis umfasste im Juni 114 Vakanzen, 21 oder 22,6 Prozent mehr als im Mai jedoch 84 oder 42,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gesucht werden in erster Linie Kräfte im Lagerbereich, Erzieherinnen, Zahnarzthelferinnen, Bürofachkräfte und Sozialpfleger.

Die kreisfreie Stadt Leverkusen weist zwar nach wie vor die höchste Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach auf, aber hat andererseits eine sehr viel verhaltenere Entwicklung der Arbeitslosigkeit als die beiden Landkreise. Die Auswirkungen der derzeitigen Wirtschaftssituation sind vor allem bei der Kurzarbeit zu sehen, die jetzt 127 Betrieben ermöglicht bis zu 3.713 Arbeitnehmer/innen die Arbeitsplätze durch Arbeitszeiteinschränkungen und Einkommensreduzierungen zu erhalten. Nach 1.233 Arbeitslosmeldungen und 1.299 Abmeldungen sank die Arbeitslosenzahl in der Chemiestadt um 73 oder 1,0 Prozent auf 7.494; sie lag damit noch um 307 oder 3,9 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. 5.079 oder 67,8 Prozent der Arbeitslosen gehörten zu den Kunden der Arbeitsgemeinschaft Leverkusen. Entgegen der Gesamtentwicklung ist die Zahl der arbeitslosen Berufsanfänger gestiegen. Ihre Zahl lag mit 855 um oder 2,4 Prozent über der vom Mai und um 35 oder 4,3 Prozent über der vom Juni 2008. Vielfach konnten die Betriebe den Ausbildungsabsolventen keine Anschlussarbeitsverträge anbieten. Die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe fällt mittlerweile überdurchschnittlich aus. Während vor einem Jahr in Leverkusen die Gesamtquote bei 9,5 Prozent lag und die der unter 25-Jährigen bei 9,1 Prozent, betrug sie nunmehr 9,1 Prozent und für die jüngeren Arbeitslosen 9,7 Prozent. Trotz des leichten Rückgangs der Arbeitslosigkeit gab es eine Reihe von Berufsgruppen mit steigenden Zahlen wie Raumpflegepersonal, Metallarbeiter, Metallhilfsarbeiter, Kellner, Einzelhandelskaufleute und Bürohilfskräfte.

In den Betrieben und Verwaltungen im Stadtgebiet Leverkusen gab es zuletzt noch 325 freie Stellen; 20 oder 6,6 Prozent mehr als im Vormonat, jedoch 250 oder 43,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. 123 oder 37,8 Prozent der Stellen stammten von Zeitarbeitsunternehmen. Gesucht wurden vor allem Altenpfleger, Krankenpfleger, Bürofachkräfte, Landschaftsgärtner, Schweißer und Schlosser.


[1] Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der Arbeitslosigkeit
Durch das Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2009 eine ganze Reihe von Instrumenten verändert, abgeschafft oder neu gestaltet. Insbesondere wurden die neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 46 SGB III geschaffen, die die positiven Elemente verschiedener früherer Instrumente zusammenfassen und ähnliche Förderkonzepte in neuen flexiblen Zusammenhängen ermöglichen. Dadurch entfallen insbesondere die bisherige Beauftragung von Dritten mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung und die Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen nach § 48 SGB III alte Fassung.Die Neuausrichtung der Instrumente hat indirekt Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit der Arbeitslosenzahlen im Zeitablauf. Nach § 16 Absatz 2 SGB III gelten Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos. Diese Regelung kommt bei den neuen Maßnahmen nach § 46 SGB III zum Tragen und entsprechend werden Teilnehmer an solchen Maßnahmen einheitlich nicht als arbeitslos geführt. Dies galt auch schon für Teilnehmer an Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen, nicht aber für Personen, für die ein Dritter mit der Vermittlung beauftragt wurde; sie waren während der Beauftragung weiter arbeitslos.Im April waren Dritte in der Region für 1.775 Personen mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung beauftragt. Die Teilnahmen an diesem Instrument laufen ab Mai 2009 sukzessive aus und parallel dazu erhöht sich die Zahl der Teilnahmen an den neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Dadurch wird im Vergleich zu früheren Zeiträumen die Arbeitslosenzahl durch Teilnahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker entlastet. Dieser Effekt ist bei der Beurteilung der Arbeitslosenzahlen zu berücksichtigen.


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