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Ein klappender Webstuhl störte den Schulunterricht

Nachdem sich im Jahre 1852 die Martinigemeinde gebildet hatte, dachte man sofort auch an die Gründung einer eigenen Schule. 1856 Jahren wurde die altlutherische Schule gegründet

Dabei ging man von dem Grundsatz aus, dass es für die Erziehung ihrer Jugend von unschätzbarem Wert sei, wenn der in der Schule herrschende Geist mit dem des Elternhauses und dem der Gemeinde übereinstimmte. So war es den energischen Bemühungen von Pastor Crome zu verdanken, dass die Gemeinde bereits im Jahre 1856 ihre eigene Schule bekam. Diese wurde zunächst im Hintergebäude eines der Gemeinde gehörenden Grundstückes, Ecke Kaiser- / Bahnhofstraße, als Privatschule eröffnet.

Die Schülerzahl betrug 145. Als erster Lehrer wurde Johann Gottlieb Knöfel aus Groß-Justin in Pommern von der Gemeinde berufen. Noch unter seiner Tätigkeit wurde die Schule von der Regierung als öffentliche Schule anerkannt.

Da sich der Schulraum als zu klein für die große Schülerzahl erwies, der Unterricht auch durch einen über dem Raum befindlichen Webstuhl oft gestört wurde, schritt man zum Bau eines neuen Schulhauses, zu dem die Gemeinde 600 Taler beisteuerte. Das Gebäude, an dem heute unter anderem der Gemeindesaal angegliedert ist, wurde 1862 fertiggestellt und bezogen.

Die Schule wurde betreut von einem von der Gemeinde gewählten Schulvorstand. Zum ersten Schulvorstand gehörten außer dem Vorsitzenden, Pastor Crome, die Herren Ferdinand Meskendahl, Johann Peter Aldermann, Johann Peter Wader und Johann
Riecke.

Im Jahr 1884 wurde wegen der hohen Schülerzahl Halbtagsunterricht eingeführt: vormittags hatten die oberen Jahrgänge vier Stunden Unterricht, während die unteren Jahrgänge nachmittags drei Stunden zum Unterricht erschienen. Sieben Jahre bestand die Halbtagsschuleinrichtung, bis im Jahr 1891 der Schule eine zweite Klasse zuerkannt wurde; die zweite Lehrerstelle wurde Herrn Hyronimus Paulig übertragen. Da die Schülerzahl im Jahr 1895 immer noch 136 Schüler betrug, wurde die Schule nunmehr sogar auf Anordnung der Kreisschulinspektion in eine dreiklassige mit zwei Lehrern umgewandelt.

Harte Schicksalsschläge erlitt die Schule im Jahr 1914. Am 20. Juli starb plötzlich und unerwartet Lehrer Ernst Ackermann im Alter von 39 Jahren, kaum vier Monate später verstarb auch Schulleiter Hyronimus Paulig nach schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren. Durch den Ausbruch des I. Weltkriegs war an einen Ersatz für die beiden Lehrer nicht zu denken. Um einen Unterricht überhaupt aufrechterhalten zu können, erteilte einstweilen Pastor Otto Ziemer an 17 Stunden in der Woche Unterricht. Mit der 2. Lehrerstelle wurde Herr Hermann Müsse aus Elberfeld betraut; er wurde aber im Oktober 1914 einberufen und fiel 1918 in Russland. Auch Herr Hermann Kahler, der zum 1. Oktober 1914 für die 2. Lehrerstelle gewählt wurde, starb im Juli 1916 in Russland.

Erst am 1. April 1915 bekam die Schule einen neuen Leiter. Lehrer Hermann Steffen aus Altrüdnitz übernahm die Schule und verwaltete zwei Jahre lang gemeinsam mit Pastor Ziemer beide Klassen. Vom 1. November 1917 bis zum Kriegsende unterrichtete dann noch Frau Johanna Ziemer aus Greifenberg / Pommern in der 2. Klasse.
Der Weltkrieg mit all seinen Folgen machte sich auch im Schulbetrieb bemerkbar: Mehrfach wurden die Ferien verlängert, teils wegen des herrschenden Kohlenmangels, teils, um die Ernte mit Hilfe der Kinder einzubringen. Unter Leitung der Lehrer sammelten die Kinder Laubheu, das als Futterersatz für die Kriegspferde Verwendung finden sollte. Zu den Sammelstellen wurden Staniol, Flaschen, Flaschenkork, Konservenbüchsen, Knochen und Lumpen gebracht. In den Wäldern suchte man Beeren aller Art, Ebereschen, Eicheln, Bucheckern und viele Teesorten.

Díe „Staatsumwälzung“ 1918 brachte auch der Schule zwei einschneidende Neuerungen: Zum einen wurde am 18. Juli 1919 die geistliche Ortsschulaufsicht aufgehoben, zum anderen wurde ein Elternbeirat eingerichtet.

Am 12. Oktober 1919 trat Lehrer Walter Lange aus Thorn seinen Dienst an, um die zweite Klasse zu übernehmen; Lehrer Steffen verließ hingegen im Herbst 1921 die Bergstadt. An seine Stelle trat an 1. Oktober 1921 Lehrer Karl Bertenrath aus Langenberg. Die Schülerzahl war infolge des Geburtenrückganges während des Krieges auf 67 gesunken, stieg danach aber wieder an, so besuchten im Jahr 1931 74 Kinder die „altlutherische“ Schule. In diesem Jahr ihres 75-jährigen Jubiläums manifestierte Karl Bertenrath in einer kleinen Festschrift: „ ..Auch im bürgerlichen Leben kann nur der auf die Dauer etwas leisten, dessen Erziehung in gerader Linie hinführt zu einer festen Weltanschauung und damit zu einer Persönlichkeit, die ihren Ausdruck findet im rechten Verhältnis zu Gott dem Herrn und zum Mitmenschen.“

Im Jahr 1939 kam dann das „Aus“ für die eigene Schule: „Beschluß gemäß § 36 Absatz 4 des Volksschulunterhaltungsgesetzes, daß die bisher im Sinne des § 33 dieses Gesetzes eingerichteten konfessionellen Volksschulen der Stadtgemeinde Radevormwald mit dem Beginn des Schuljahres 1939/40 aufgehoben werden und die deutsche Schule im Sinne des § 36 Absatz 1 des Volksschulunterhaltungsgesetzes errichtet wird.“

Zur Begründung wurde auf notwendige Einsparungen und den allgemeinen Lehrermangel verwiesen. Unsere Schule sowie die katholische Volksschule legte man zu einer sechsklassigen Schule im Schulgebäude der katholischen Volksschule zusammen. Sie wurde in „Alfred-Rosenberg-Schule“ umgetauft. Da diese aber nur vier Klassenräume hatte, mussten zwei Klassen als eine Art Außenstelle im Gebäude der früheren altlutherischen Schule weiter unterrichtet werden.

Heute ist das alte Schulgebäude an der Ülfestraße z.T. vermietet, z.T. wird es aber auch als Übungsraum für die Chöre genutzt.

Norbert Wolff

Zum Foto: In den dreißiger Jahren führten die Kinder der altlutherischen Schule ein Theaterstück vor. Rechts im Bild ist Lehrer Walter Lange.


 

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