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Die Rader Jugendherberge ist die zweitälteste auf der Welt

Als sie 1910 eingerichtet wurde, war sie die allererste im Rheinland und erst die zweite in Deutschland, ja sogar auf der Welt.


Kürzlich renoviert lockt die Radevormwalder Jugendherberge viele Gäste in die Bergstadt. Dabei kann sie schon auf eine Tradition zurückblicken, denn als sie 1910 eingerichtet wurde, war sie die aller erste im Rheinland und erst die zweite in Deutschland, ja sogar auf der Welt.


Älter ist nur die Jugendherberge auf der Burg Altena. In Radevormwald war die erste Herberge in der damaligen Rektoratschule in der Blumenstraße untergebracht. Diese war am 1. Oktober 1860 gegründet worden und gilt als Vorläufer der heutigen Realschule. Damals hatte sie den um Heimatbelange sehr bemühten Emil Spratte zum Rektor. 1909 wurde der Rektoratschule noch die Höhere Töchterschule angegliedert. Aber: Es gab getrennte Eingänge für Jungen und Mädchen! Wenn heute praktisch jedermann die Übernachtung in einer Jugendherberge möglich ist, war dies 1910 ursprünglich nur für wandernde Schüler gedacht. Denn die in dem städtischen Rektoratschulgebäude geschaffene Übernachtungsmöglichkeit war als "Schülerherberge" jeglicher Art beschrieben.


Bis zu 20 Schüler fanden hier Platz gegen eine ganz geringe Bezahlung, die an die Schuldienerin zu entrichten war. Anmeldungen nahm jedoch der Schulrektor selbst entgegen. Das Jugendherbergswesen fand schon rasch ein großes Echo, sodass man auch auf die Turnhalle Bredderstraße ausweichen musste. Erst später entschloss man sich dann zum Neubau der heutigen Jugendherberge am Kollenberg. Regierungsbaumeister Stahl aus Düsseldorf leitete 1928/29 den Herbergsbau, der von Dr. Fassbinder an die erste Herbergsmutter; Frl. Kerstein, im Rahmen einer großen Feier am 23. Juni 1929 mit vielen Jugendgruppen als Gästen übergeben wurde.


Im Eröffnungsjahr wurden 3.878 Übernachtungen, 1932 schon 10.466 Übernachtungen gezählt. Einhundert Betten konnte das neue Haus vorweisen, jedoch mit dem Nachteil, dass die Wanderer damals noch in 14- bis 20- Betten-Zimmern untergebracht waren. Das änderte sich erst mit dem am 11. März 1977 eingeweihten Anbau, durch den man sich dann in Vier- und Sechsbettzimmern wohler fühlen konnte. Und nach der Wiedereröffnung jetzt gleicht sie quasi einer Luxusherberge.


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