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Die letzte Kutsche

Postkutschenverbindung Radevormwald - Halver wurde 1910 eingestellt. Ein "Nachruf" auf die Postkutsche wurde am 30. Juni 1910 in der Zeitung veröffentlicht:

Vor ca. 100 Jahren forderte die Handelskammer von Solingen und Lennep beim Minister für öffentliche Arbeiten, die aus Barmen kommende Eisenbahnverbindung über Radevormwald hinaus nach Westfalen zu verlängern. Begründung: Zum einen würde dies die kürzeste Verbindung zwischen den Industriegebieten des Bergischen Landes und der Mark bedeuten, zum anderen könnte die wirtschaftliche Erschließung der industriellen Gegend gesichert werden.


Im Juni 1910 war es dann tatsächlich so weit. Und mit Eröffnung der Bahnverbindung nach Halver wurde am 30. Juni 1910 auch die letzte noch verbliebene Postkutschenverbindung von und nach Radevormwald eingestellt. Solche Postkutschenlinien hatten bereits seit 1834 bestanden!


Ein "Nachruf" auf die Postkutsche wurde ebenfalls am 30. Juni 1910 in der Radevormwalder Zeitung veröffentlicht:


"Mit dem heutigen Tage der Einweihung der neuen Bahnstrecke Radevormwald - Halver - Oberbrügge naht für unser Städtchen die Stunde, in der ein Stück der guten, alten Zeit dem Fortschritte auf dem Gebiete des Verkehrs weichen soll. Die seit erdenklichen Zeiten bestehende Personenpost, die uns mit Halver verbunden hat, wird mit dem heutigen Tage eingestellt, der neuen Verkehrsart den Platz räumend.


Gemütvolle, vielfach in Poesie und Prosa festgehaltene Stimmungsbilder und Erinnerungen verbinden uns mit einem Institut, das lange Jahre hindurch treu gedient hat und sichern ihm - unserem guten Postwagen - und seinem schmucken musikalischen Schwager für die Zukunft des Hastens und der nervösen Eile ein freundliches Gedenken.


Für ihn - den treugedienten in Wind und Wetter erprobten Postwagen - naht heute abend die Stunde des Abschieds. Wir nehmen an, daß es für manchen unserer zeitgenössischen Mitbürger ein Herzensbedürfnis sein wird, den guten Postwagen, den Repräsentanten der Zeit, als "Großvater die Großmutter nahm", einige Stunden wehmütiger Erinnerungen zu weihen und vielleicht auf seiner letzten Reise zu begleiten. Mit der letzten Post, die heute nachmittag zum Abschied in einer Rundfahrt die Hauptstraßen der Stadt passiert, vom neuen, wie vom ehemaligen Posthaus Abschied nehmend, werden die Herren Postbeamten, die nur eben abkömmlich sind, mitfahren.


Auf dem Posthofe findet vorher noch eine photographische Aufnahme statt, worauf der geschmückte Postwagen mit den "Leidtragenden" unter den Klängen "Muß i denn zum Städtlein hinaus" die letzte Ausfahrt nach Halver antritt. In Halver wird er abends 7 Uhr an der Leye feierlich mit Militärmusik abgeholt werden. Dort selbst wird dann eine feucht - fröhliche Nachfeier stattfinden. Ist alles im Leben vergänglich, so bleibt doch hier glückliche Erinnerung übrig."


 


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