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Den Frühling erleben

Die Natur-Schule Grund fordert in einem aktuellen Naturerlebnis-Tipp dazu auf, den Frühling mit allen Sinnen zu erleben.

„Frühling“ könnt Ihr hören, sehen, fühlen, riechen und schmecken!" sagt Stefanie Barzen, Biologin in der Natur-Schule. Und gibt gleich einige Beispiele.

Ohren auf im Wald, einfach einmal innehalten und lauschen. Nach dem eher stillen Winter können wir jetzt, zur Balz- und Brutzeit, die unterschiedlichsten Vogelstimmen hören, wie z.B. die der aufgeregten Meisen auf Inspektionsflug zu Baumhöhlen oder zu den im Wald hängenden Nistkästen. Der Specht hämmert in schneller Folge an einen Baum, er fordert damit die Aufmerksamkeit einer Spechtin und grenzt sein Revier ab. Gerne nimmt er hohle Bäume und totes Holz, wegen des besseren Resonanzkörpers. Häufig vernimmt man in der Ferne eine geklopfte Antwort.

Augen auf und Frühling sehen, eine Wiese mit Schneeglöckchen, frisch geworfenen Maulwurfshügel, die ersten Krokusse, Knospen an Bäumen und Sträuchern kurz vor dem Aufgehen, bereits mit grünen Spitzen. Die Kätzchen der Haselnüsse lassen den Blütenstaub frei. Geht doch einmal hin zu solch einem Kätzchen und schüttelt es vorsichtig (bitte nur für Nicht-Allergiker). Zu sehen ist die gelbe Blütenstaubwolke der männlichen Blüte.
Vielleicht findet Ihr auch die viel schwieriger zu entdeckende weibliche Blüte. Sie ähnelt einer rundlichen Blattknospe, aus deren oberem Ende rosa Pinselchen herauswachsen. Geht doch mal auf die Suche!

Märzfliegen (schwarz behaarte Haarmücken) tanzen in auf und ab steigenden Schwärmen. Keine Angst, sie haben es nicht auf uns abgesehen, es sind keine Stechmücken, sondern Blütenbesucher, die sich von Nektar und Pflanzensäften ernähren.

Die ersten Zitronenfalter sind auf Blütensuche. Ab Februar/März lösen sie sich aus der Winterstarre, nachdem sie den Winter, geschützt an Bäumen hängend oder verborgen im Laub, überstanden haben. Nach Paarung und Eiablage im April sterben sie meist, noch bevor die Raupen geschlüpft sind.

Schön zu beobachten sind auch, gerne auf Krokussen, die ersten, besonders dicken und großen Hummeln. Es sind bereits begattete, junge Königinnen, die Nester anlegen und Eier legen werden. Sind die ersten Arbeiterinnen geschlüpft, sieht man die Königinnen nicht mehr.
Wer eine Hummelkönigin auf einer Blüte sieht: Genau hinschauen, vielleicht entdeckt Ihr außer dem dichten Pelz ja auch ein kleines Krönchen...

Frühling lässt sich fühlen, z.B. indem man von Knospe zu Knospe geht und spürt, wie spitz Rotbuchenknospen, wie klebrige Kastanienknospen und wie flauschig Magnolienknospen sind. Sehr zu empfehlen hierfür sind auch die „Kätzchen“ der Salweide mit ihrem „Fell“, aber bitte vorsichtig, sie sind für viele Insekten die erste Nahrung im Frühling. Sie sollten nicht abbrechen und daher auch nicht zu Dekozwecken mit nach Hause genommen werden.

Für lange anhaltende Fühlerlebnisse: auch die ersten Brennnesseln wachsen bereits...

Frühling kann man besonders gut riechen, wenn die Sonne schon Kraft hat und die Umgebung erwärmt. Aber auch ohne Sonne kann man sich von Blüte zu Blüte schnuppern. Macht das Gänseblümchen seinem Namen alle Ehre? Riecht Löwenzahn nach Löwe oder eher doch nach Blume? Wie riecht eine Hand voll Waldboden oder das Harz, das an einem Baum austritt?

Frühling schmeckt lecker! Probiert doch einmal Gänseblümchenblüten, etwas scharf und gleichzeitig schleimlösend. Junge Löwenzahnblätter, leicht bitter, aber mit viel Vitamin C. Die mild schmeckende Vogelmiere, die würzigen, jungen Blätter des Gundermanns, Giersch, Sauerampfer, Knoblauchsrauke oder die nach frischen Champignons schmeckenden Knospen des Spitzwegerichs, um nur einige zu nennen.

Macht / Machen Sie den nächsten Spaziergang zu einem Erlebnis für die Sinne! Vielleicht lässt sich so die ganze Familie vor die Tür locken...

Verteilt Aufgaben: wer findet... wer sieht...

Einfach nur vor sich hin laufen kann jeder...

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