Arbeitsmarkt Mai 2009
Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach
28.166 Arbeitslose im Mai Entwicklung auch durch Gesetzesänderung beeinflusst Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Mai 2009 wurde nicht allein durch saisonübliche Einflüsse geprägt, sondern auch durch die Auswirkungen einer Gesetzesänderung, die jetzt sichtbar werden.
Mit 28.166 Arbeitslosen im Mai wurde der Stand vom April um 647 oder 2,2 Prozent unterschritten und der vom Vorjahr um 980 oder 3,6 Prozent überschritten. Die Arbeitslosenquote betrug 7,7 Prozent nach 7,9 Prozent im Vormonat und 7,4 Prozent im Vorjahr. Im Laufe des Monats hatten sich 4.677 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, dabei kamen 2.129 unmittelbar aus einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig schieden 5.359 Personen aus der Arbeitslosigkeit aus, von ihnen nahmen 1.850 eine Erwerbstätigkeit auf; damit werden zurzeit mehr Arbeitnehmer/-innen entlassen als eingestellt. Weitere 1.493 begannen eine Ausbildungsmaßnahme oder eine Bildungs- bzw. andere arbeitsmarktpolitische Maßnahme, dabei wechselten 268 in die Betreuung Dritter und wurden entsprechend einer geänderten gesetzlichen Regelung[1] ebenfalls nicht mehr als Arbeitslose gezählt.
Auch ohne Berücksichtigung der genannten diesjährigen Sondereinflüsse ist der aktuelle Rückgang eher unterdurchschnittlich ausgefallen. Die aktuellen Probleme des Arbeitsmarktes bleiben erhalten; dies wird unter anderem dadurch deutlich, dass die Arbeitslosenzahlen in Produktionsberufen steigen. Hierzu gehören die Zerspanungsmechaniker der Dreh- bzw. auch der Frästechnik, Teilezurichter und Schlosser. Aber auch die Arbeitslosenzahlen für Technische Zeichner und Techniker steigen. Die positiven Saisoneinflüsse schlagen sich durch sinkende Zahlen in den Gastronomie- und Außenberufen nieder. Die vorgenannte gesetzliche Änderung wird bei den Kunden sichtbar, die einer besonderen Betreuung bedürfen; hierzu zählten insbesondere zahlreiche Helfertätigkeiten.
Von den 28.166 Arbeitslosen entfielen 11.219 auf die Klientel der Agentur für Arbeit und 16.947 auf die der Arbeitsgemeinschaften. Im Vergleich zum Vorjahr zählte die Agentur 2.130 oder 23,4 Prozent mehr Kunden und die drei Arbeitsgemeinschaften 1.150 oder 6,4 Prozent weniger.
Die Betriebe in der Region boten 1.251 freie Stellen für eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 22 oder 1,7 weniger als im April und 732 oder 36,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Lediglich in Wipperfürth ergab sich ein Stellenzuwachs, da dort eine Systemgastronomiekette für ein neues Lokal in erheblichem Umfang Personal sucht. Dagegen geht das Stellenangebot durch Zeitarbeitsunternehmen kontinuierlich zurück. Ein Zeichen dafür, dass es noch keine positiven Einflüsse gibt, denn zu Beginn von Aufschwungsphasen versuchen Betriebe zusätzlichen Personalbedarf erst über diese Unternehmen zu decken. Gesucht wurden vor allem Sozialpfleger, Verkäufer, Krankenpflegekräfte, Bürofachkräfte, Elektroinstallateure und Friseure.
Auch bei der Kurzarbeit sind noch keine Ansätze einer Trendwende ersichtlich: Zwar sinkt die Zahl der neu eingehenden Anzeigen seit April, jedoch kann zur Zeit in 817 Firmen für bis zu 27.074 Arbeitnehmer kurzgearbeitet werden; davon in 196 Betrieben im Rheinisch-Bergischen Kreis mit bis zu 4.959 Arbeitnehmern, im Oberbergischen Kreis in 522 Betrieben mit bis zu 19.099 Arbeitnehmern und in Leverkusen in 99 Betrieben mit bis zu 3.016 Arbeitnehmern. Bis April war für 558 Betriebe mit bis zu 20.681 Mitarbeitern Kurzarbeit bewilligt worden.
Das tatsächliche Ausmaß der Kurzarbeit im Mai wird erst in einigen Wochen vorliegen, wenn die Abrechnungslisten der Betriebe eingereicht werden. Aktuell verfügbar sind Daten über das erste Quartal 2009: Danach lagen bis März Bewilligungen für bis zu 17.417 Kurzarbeiter vor, tatsächlich wurde von 15.894 Arbeitnehmer/innen in 464 Betrieben Kurzarbeit ausgeübt (91,3 Prozent). Die Zahl der Kurzarbeiter hatte sich im 1. Quartal deutlich erhöht: Im Februar betrug sie noch 12.730 und im Januar 9.673. Unter Berücksichtigung der tatsächlichen Inanspruchnahme dürfte die derzeitige Kurzarbeiterzahl bei 24.700 liegen. Im März zählten zu den betroffenen Branchen vor allem Hersteller von Kraftfahrzeugteilen, Kunststoffverarbeiter, Hersteller von Metallerzeugnissen und Metallerzeugende und -verarbeitende Betriebe. Außerdem waren die Chemie und Kfz.-Werkstätten in nennenswertem Umfang beteiligt. „Die hohen Kurzarbeiterzahlen sind zwar einerseits ein Zeichen mangelnder Kapazitätsauslastung, aber andererseits auch ein Ausdruck des Willens der Betriebe ihre eingearbeiteten Kräfte zu halten“, kommentiert Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Teilregionen weist auch im Mai Unterschiede auf, es ist jedoch aufgrund der Sondereinflüsse eine eindeutige Ursachenzuordnung nicht möglich. Der Oberbergische Kreis bleibt die Region im Agenturbezirk, die schon mehr Arbeitslose als vor einem Jahr aufweist. Die Stadt Gummersbach weist mit 9,3 Prozent die höchste Arbeitslosenquote auf, jedoch ist die relative Arbeitslosigkeit in Bergneustadt und Waldbröl noch höher.
Im Laufe des Monats hatten sich im Oberbergischen Kreis 1.984 Männer und Frauen arbeitslos melden müssen, von ihnen waren 950 zuvor erwerbstätig; gleichzeitig schieden 2.295 aus der Arbeitslosigkeit aus, von ihnen begannen 750 eine Erwerbstätigkeit. 692 ehemals Arbeitslose begannen eine Aus- oder Weiterbildung bzw. wurden an Dritte zur weiteren Betreuung abgegeben. Zum Monatsabschluss waren 10.867 Arbeitnehmer/innen im Kreisgebiet arbeitslos gemeldet, 305 oder 2,7 Prozent weniger als im April, aber 1.632 oder 17,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Kreisgebiet beträgt nunmehr 7,5 Prozent nach 7,8 Prozent im Vormonat und 6,4 Prozent im Vorjahr. Der aktuelle Rückgang in den letzten vier Wochen erstreckte sich über alle Personengruppen; der Anstieg im Vorjahresvergleich traf besonders die jüngeren Jahrgänge, da zahlreiche Ausbildungsabsolventen nicht übernommen wurden. Mit 1.544 Arbeitslosen im Alter von unter 25 Jahren wurde der Vorjahresstand um 455 oder 41,8 Prozent überschritten. 5.170 Arbeitslose zählten zu den Kunden der drei oberbergischen Geschäftsstellen der Agentur, 157 oder 2,9 Prozent weniger als vor vier Wochen aber 1.836 oder 55,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 5.697 Arbeitslose zählten zu den Kunden der Arge Oberberg, 148 oder 2,5 Prozent weniger als vor vier Wochen und 204 oder 3,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Ohne die Kurzarbeit, die für 482 Betriebe mit bis zu 18.196 Arbeitnehmern bewilligt war, läge die Arbeitslosigkeit noch höher. Zuletzt übten im März 10.090 Männer und Frauen in 282 Betrieben Kurzarbeit aus.
Die Betriebe im Oberbergischen Kreis boten 525 Stellen für eine normale sozialversicherungspflichtige Tätigkeit an, 65 oder 14,1 Prozent mehr als im April – dieser Zuwachs beruht auf dem Einstellungsbedarf eines Betriebes für Systemgastronomie – im Vorjahresvergleich wurden 268 oder 33,8 Prozent weniger Stellen angeboten. Neben dem Personal für die Systemgastronomie suchten die oberbergischen Betriebe und Verwaltungen unter anderem Kranken- und Altenpflegekräfte, Friseure, Elektroinstallateure, Schweißer und Außendienstmitarbeiter.
In der Kreismitte, dem Geschäftsstellenbezirk Gummersbach, sank analog zur kreisweiten Entwicklung ebenfalls die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 161 oder 2,6 Prozent auf 5.951 und lag damit um 990 oder 20,0 Prozent über dem Stand des Vorjahres. 2.927 Arbeitslose zählten zu den Kunden der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, 91 oder 3,0 Prozent weniger als im April, aber 1.151 oder 64,8 Prozent mehr als im Mai 2008. 3.024 Arbeitslose wurden durch die Standorte der Arge Oberberg betreut, 70 oder 2,3 Prozent weniger als vor vier Wochen und 161 oder 5,1 Prozent weniger als im vorigen Jahr. Insbesondere die Entwicklung des Kundenkreises der Agentur zeigt, welche Auswirkungen die derzeitige wirtschaftliche Situation in den letzten Monaten auf dem Arbeitsmarkt erzielt hat. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,4 Prozent im Vorjahr über 7,9 Prozent im Vormonat auf nunmehr 7,6 Prozent. Dabei fiel die Arbeitslosenquote für Ausländer mit 18,4 Prozent deutlich überdurchschnittlich aus, hier machen sich fehlende Berufs- und manchmal Sprachqualifikationen bemerkbar. Bei den Betrieben in der Kreismitte gab es im Mai 223 Stellen, die eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung boten, 160 oder 41,8 Prozent weniger als im Mai 2008. Dieses Angebot umfasste eine Palette von 105 unterschiedlichen Berufen; gesucht wurden insbesondere Friseure, flexible Hilfskräfte, Elektroinstallateure, Krankenpflegekräfte, Schweißer, Maler und Lackierer sowie Altenpflegekräfte.
Im Kreissüden, dem Geschäftsstellenbezirk Waldbröl, führten ebenfalls saisonale Einflüsse sowie die o. e. Gesetzesänderung zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl gegenüber April um 142 oder 5,1 Prozent auf 2.617, damit wurde der Vorjahresstand um 303 oder 13,1 Prozent überschritten. Auch im Südkreis erfolgte der Jahreszuwachs ausschließlich beim Kundenkreis der Agentur für Arbeit und zwar um 338 oder 42,0 Prozent auf 1.143. Die Arbeitslosenquote im Bezirk Waldbröl betrug im Mai 7,8 Prozent nach 8,3 Prozent im April und 6,9 Prozent im Vorjahr. Die Betriebe in der Region boten noch 105 freie Stellen an, 14 oder 15,4 Prozent mehr als im Vormonat, jedoch 40 oder 27,8 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Sie suchten insbesondere Außendienstmitarbeiter, Schweißer, Altenpfleger und Elektroinstallateure.
Das Städtedreieck des Nordkreises verzeichnete gegenüber April eine nahezu unveränderte Arbeitslosenzahl mit aktuell 2.299 nach 2.301. Der Vorjahresstand wurde jedoch auch im Geschäftsstellenbezirk Wipperfürth deutlich übertroffen um 339 oder 17,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote blieb damit auf dem Aprilstand mit 7,8 Prozent nach 6,6 Prozent im Vorjahr. Auch in der Entwicklung nach Rechtskreisen (Agentur für Arbeit bzw. Arge Oberberg) wies der Nordkreis Abweichungen auf; so nahm der Kundenkreis der Agentur gegenüber dem Vormonat um 11 oder 1,0 Prozent auf 1.100 zu und lag damit um 347 oder 46,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Arbeitslosen, die von der Arge betreut wurden, ging leicht um 13 oder 1,1 Prozent auf 1.199 zurück und blieb damit nur knapp unter dem Stand vom Mai 2008 (-8 oder -0,7 Prozent). Einzig der bereits erwähnte Personalbedarf des Systemgastronomieanbieters belebte das Stellenangebot, das im Nordkreis 197 Stellen umfasste. Neben den Verkaufskräften für die neue Filiale des Gastronomieanbieters wurden Krankenpflegekräfte, Landschaftsgärtner und Altenpfleger besonders häufig gesucht.
Der Rheinisch-Bergische Kreis bot eine weniger angespannte Arbeitsmarktsituation als der Oberbergische Kreis, obwohl es auch hier deutlich mehr Kurzarbeiter gibt als vor Jahresfrist und in einigen Teilbereichen die Arbeitslosigkeit ebenfalls höher ausfällt. Da die Ursachen der derzeitigen Entwicklung im Zusammenhang mit Lage und Entwicklung der Automobilindustrie zusammenhängen sind negative Entwicklungen gerade an und im Umfeld von Standorten der Zulieferer festzustellen. So fällt in Burscheid sowie in den Nachbarorten Wermelskirchen und Odenthal die Arbeitslosigkeit höher aus als noch vor einem Jahr. Im Mai 2009 waren im Kreisgebiet 9.732 Männer und Frauen arbeitslos, 146 oder 1,5 Prozent weniger als im April und 310 oder 3,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. 3.626 Arbeitslose wurden die Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit betreut, 67 oder 1,8 Prozent weniger als vor vier Wochen, jedoch 201 oder 5,9 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Weitere 6.106 Männer und Frauen zählten zu den Kunden der K-A-S, 79 oder 1,3 Prozent weniger als im April und 511 oder 7,7 Prozent weniger als im Mai 2008. Die ungünstige wirtschaftliche Situation für verschiedene Betriebe im Produktionssektor schlug sich in einer gegenüber dem Vorjahr höheren Arbeitslosigkeit der Männer nieder, da sie in diesem Wirtschaftsbereich ihre Beschäftigungsdomäne haben; ihre Zahl lag mit 5.279 um 330 oder 6,7 Prozent höher als vor Jahresfrist. Die Arbeitslosenquote im Kreisgebiet betrug 6,9 Prozent nach 7,1 Prozent im Vormonat und 7,2 Prozent im Vorjahr. 421 freie Stellen in den hiesigen Betrieben boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 60 oder 12,5 Prozent weniger als im vorigen Monat und 236 oder 35,9 Prozent weniger als im vorigen Jahr. Aktuell suchen Betriebe und Verwaltungen insbesondere Erzieherinnen, Altenpflege- und Krankenpflegekräfte, Köche, Sozialbetreuer, Friseure und Landschaftsgärtner. Vor einem Jahr wurden u. a. noch Hilfskräfte gesucht; für sie gibt es zurzeit ebenso keine Nachfrage mehr wie z. B. für Zerspanungsmechaniker, Versandkräfte, Schlosser und Maschinisten.
Der Altkreis (Bergisch Gladbach, Odenthal, Kürten, Overath und Rösrath) verzeichnete im Mai aus den eingangs erwähnten Gründen ebenfalls einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit 6.971 arbeitslosen Männern und Frauen wurde der Stand von vor vier Wochen um 143 oder 2,0 Prozent unterschritten und der vom Mai 2008 noch um 367 oder 5,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 7,1 Prozent nach 7,3 Prozent im Vormonat und 7,5 Prozent im Vorjahr. 2.515 Arbeitslose zählten zu den Kunden der Hauptagentur und 4.456 zu denen der K-A-S Standorte. Ihre Zahlen lagen um jeweils 2,0 Prozent unter dem Aprilniveau; im Vorjahresvergleich stieg die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbereich um 44 oder 1,8 Prozent während der Kundenkreis der K-A-S um 411 oder 8,4 Prozent zurückging. 328 Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung galten im Mai als noch unbesetzt, 34 oder 9,4 Prozent weniger als im April und 98 oder 23,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gesucht werden zurzeit Alten- und Krankenpflegekräfte, Erzieherinnen, Köche, Sozialbetreuer, Gerüstbauer und Bürofachkräfte. Das Angebot streute über eine Palette von 123 unterschiedlichen Berufen.
Im Nordkreis blieb die Arbeitslosigkeit mit 2.761 Männern und Frauen in der Summe der drei Städte nahezu auf dem Stand des Vormonats (-3 oder -0,1 Prozent) und stieg aber um 57 oder 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bezogen auf die einzelnen Kommunen waren dies die Salden aus Zuwächsen in Burscheid und Wermelskirchen sowie Rückgängen in Leichlingen. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,5 Prozent auf dem Stand vom April nach 6,4 Prozent im Vorjahr. 1.111 Arbeitslose wurden durch die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Wermelskirchen betreut, 16 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat, aber 157 oder 16,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Weitere 1.650 Arbeitslose zählten zu den Kunden der drei K-A-S Standorte, 13 oder 0,8 Prozent mehr als vor Monatsfrist jedoch 100 oder 5,7 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Die Veränderungen der letzten Monate+++ führten dazu, dass mittlerweile die Arbeitslosenquote der Männer mit 6,9 Prozent höher ausfällt als die der Frauen mit 6,1 Prozent; vor einem Jahr betrug sie für die Männer noch 5,8 Prozent und für die Frauen 7,1 Prozent. Das Stellenangebot im Nordkreis umfasste noch 93 Stellen für eine normale sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 26 oder 21,8 Prozent weniger als im Vormonat und 138 oder 59,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Stellen verteilen sich auf 53 unterschiedliche Berufe. Einen nennenswerten Umfang hat lediglich das Angebot für Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Kellner.
In Leverkusen hielten sich im Mai die Zugänge aus Erwerbstätigkeit und die Arbeitsaufnahmen mit 502 bzw. 500 die Waage. Gleichzeitig mündeten aber vermehrt Arbeitslose in Ausbildungs- und Bildungsmaßnahmen, sodass die Zahl der Arbeitslosen in den letzten vier Wochen um 196 oder 2,5 Prozent auf 7.567 sank und damit den Vorjahresstand noch um 342 oder 4,3 Prozent unterschritt. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 9,2 Prozent nach 9,5 Prozent im April und 9,6 Prozent im Vorjahr. 2.423 Arbeitslose zählten zu den Kunden der Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, 78 oder 3,1 Prozent weniger als im Vormonat, jedoch 93 oder 4,0 Prozent mehr als im Mai 2008. Die AGL betreute 5.144 Arbeitslose, 118 oder 2,2 Prozent weniger als im April und noch 435 oder 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Aber auch hier zeigen höhere Arbeitslosenzahlen bei Männern und jüngeren Arbeitslosen im Jahresvergleich, dass die wirtschaftlichen Veränderungen auch in Leverkusen Spuren hinterlassen. Ein weiteres Indiz ist das weiter geschrumpfte Stellenangebot: Mit 305 freien Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wurde das Angebot vom Vormonat um 27 oder 8,1 Prozent unterschritten und das vom Vorjahr um 228 oder 42,8 Prozent. Aktuell suchen Betriebe und Verwaltungen Altenpflegekräfte, Bürofachkräfte, Elektroinstallateure, Krankenpflegekräfte, Friseure und Kellner. Vor einem Jahr standen andere Berufe im Vordergrund wie z. B. Schlosser, Schweißer, Energieanlagenelektroniker, Versandkräfte und Chemiebetriebswerker.
[1] Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der ArbeitslosigkeitDurch das Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2009 eine ganze Reihe von Instrumenten verändert, abgeschafft oder neu gestaltet. Insbesondere wurden die neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 46 SGB III geschaffen, die die positiven Elemente verschiedener früherer Instrumente zusammenfassen und ähnliche Förderkonzepte in neuen flexiblen Zusammenhängen ermöglichen. Dadurch entfallen insbesondere die bisherige Beauftragung von Dritten mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung und die Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen nach § 48 SGB III alte Fassung.Die Neuausrichtung der Instrumente hat indirekt Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit der Arbeitslosenzahlen im Zeitablauf. Nach § 16 Absatz 2 SGB III gelten Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos. Diese Regelung kommt bei den neuen Maßnahmen nach § 46 SGB III zum Tragen und entsprechend werden Teilnehmer an solchen Maßnahmen einheitlich nicht als arbeitslos geführt. Dies galt auch schon für Teilnehmer an Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen, nicht aber für Personen, für die ein Dritter mit der Vermittlung beauftragt wurde; sie waren während der Beauftragung weiter arbeitslos.Im April waren Dritte in der Region für 1.775 Personen mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung beauftragt. Die Teilnahmen an diesem Instrument laufen ab Mai 2009 sukzessive aus und parallel dazu erhöht sich die Zahl der Teilnahmen an den neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Dadurch wird im Vergleich zu früheren Zeiträumen die Arbeitslosenzahl durch Teilnahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker entlastet. Dieser Effekt ist bei der Beurteilung der Arbeitslosenzahlen zu berücksichtigen.
Zuletzt aktualisiert am: 30.05.2009. 2471 13.06.2026).
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