Rade integrativ beim Partnerschaftsbesuch im 1-Welt-Laden und beim RKG-Kinderkarneval

Vorige Woche bot „Rade integrativ“ keinen integrativen Samstags-Treff für Kinder mit und ohne Behinderung in den Jugendräumen Bürgerhaus an. Sondern erstmals einen integrativen Sonntags-Treff am 15.2.! Und zwar mit einem ganz besonderen Programm:

Zuerst ging es für die muntere Gruppe auf einen Partnerschafts-Besuch. Sechs Kinder mit und ohne Behinderung, begleitet von Projektleiterin Sabine Maurer und Ehrenamtlerin Sarah Kolander, machten sich auf den Weg zum Eine-Welt-Laden. Wie der Lebenshilfe-Aufkleber am Fenster und die gerahmte Urkunde an der Wand zeigt, ist der Laden in der Oststraße seit 2008 Partner der Lebenshilfe Rhein-Wupper e.V. und hatte nun zum gemütlichen Vormittagscafé eingeladen. „Sozusagen der Partnerschafts-Einstand“, freute sich Maurer, sie sich seit mehr als zwei Jahren engagiert für positive Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Handicap in Radevormwald einsetzt.

Im Eine-Welt-Laden konnte die Kindergruppe an liebevoll gedeckten Tischen Platz nehmen. Ein 12-jähriges Mädchen mit Down-Syndrom hatte eine Packung glutenfreie Kekse mitgebracht, da sie normale Kekse wegen einer Unverträglichkeit nicht essen darf. „Da machen wir gar keinen großen Zirkus und bringen geeignete Kekse mit“, meinte Maurer und freute sich zu sehen, dass die Teenagerin ganz selbstverständlich auch auf die anderen Tische einige ihrer Plätzchen verteilte.

Kurze Zeit später war der Gottesdienst in der katholischen Kirche zu Ende und dann wurde es richtig voll in den kleinen aber feinen Räumlichkeiten. Viele ältere Radevormwalderinnen und Radevormwalder kamen, um den Vormittag mit einer guten Tasse Kaffee und Plätzchen ausklingen zu lassen und auch der Küster ließ es sich nicht nehmen, zwischen zwei Gottesdiensten vorbei zu schauen. „Ich habe natürlich angekündigt, dass wir Besuch von einer Gruppe junger Leute mit und ohne Behinderung bekommen“, erklärte Frau Sebastian, die den Eine-Welt-Laden mit führt. „Alle haben sich auf diesen Besuch gefreut und waren natürlich gespannt.“ Etwas mehr als eine Stunde dauerte dann das gemütliche Beisammensein im Eine-Welt-Laden. Kinder und Senior/innen kamen ins Gespräch, die Mitarbeiterinnen von „Rade integrativ“ erzählten dies und das von der Treffarbeit und manch einer wird neue Eindrücke bekommen haben!

Bevor sich die Gruppe dann wieder auf den Weg zum Bürgerhaus machte, lud Sabine Maurer die Gäste und Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Ladens für März zum Gegenbesuch in die Jugendräume ein. Dort wird sie gemeinsam mit Frau Kolander am Sonntag, 22.3. das ´Café gemeinsam` öffnen und wie immer selbstgemachte Waffeln, Kuchen sowie warme und kalte Getränke für seine Gäste anbieten.

Nach dem Besuch im Eine-Welt-Laden gab es in den Jugendräumen für die Kindergruppe ein gemeinsames Mittagessen zur Stärkung für den Ausflug am Nachmittag. Auf dem Programm stand nämlich die Kinderkarnevalsparty der „1. Großen Radevormwalder Karnevalsgesellschaft Rot-Weiss e.V.“ in der Gemeinschaftsgrundschule Stadt! Mittlerweile waren noch vier weitere Kinder und Ehrenamtlerin Frau Heinrich in die Jugendräume gekommen. Die Kostüme wurden angezogen und wer wollte, konnte sich schminken lassen. Nach dem Essen machten sich dann Hexe, Tanzmariechen, Dirk Bach, Turtle, Pharaonin Hatschepsut, Polizist, Bob der Baumeister, Meernixe, Pirat und Katze in Begleitung von Burgfräulein, Biene Maja und Gepard auf den Weg zum Hohenfuhrplatz. Dort war schon mächtig was los, die Stimmung war prima und um 14:11 Uhr begann der fröhliche Kinderkarneval!

Mit farbenfrohen Tanzeinlagen, Polonaisen usw. konnten sich die vielen anwesenden Kinder auf die Fünfte Jahreszeit einstimmen. „Rade integrativ“ war zum ersten (und hoffentlich nicht letzen!!!) Mal dabei und Frau Maurer berichtet: „Wir wussten ja nicht so genau, was uns erwartet, hatten zuerst Sitzplätze, aber das war nicht das richtige für unsere Kids. Die wollten lieber schnell mittenrein ins bunte Getümmel vor und auf der Bühne!“ Die vielen Kinder in der Aula der Grundschule machten die Aufsichtsführung zwar nicht gerade leicht, aber die Sozialpädagogin und ihr Team entschieden sich dennoch dafür, ihren jungen Gästen dennoch viel Freiraum zu lassen. „Eben so, wie alle Kinder den hier haben“, erklärte Maurer. Sie und die Ehrenamtlerinnen haben vom Rand aus alle Kinder im Blick behalten können. „So hatten sie die Möglichkeit, mittendrin und ganz dabei sein. Sie haben mitgetanzt, sich den langen Polonaiseschlangen angeschlossen und eben alles gemacht, was die anderen auch gemacht haben. Super!“

Es war ein schöner Nachmittag für die Kinder von „Rade integrativ“ und auch Projektleiterin Maurer konnte sich freuen: „Das war ein klasse Miteinander der Kinder! So wie wir das mitgekriegt haben, ist hier keiner unserer jungen Gäste mit Behinderung irgendwie gemieden oder schräg angeguckt worden.“ Und auch die Moderatorinnen hatten für einige besondere Verhaltensweisen Verständnis. Zum Beispiel als der kleine „Bob der Baumeister“ kaum dazu zu bewegen war, bei der Ordensverleihung von der Bühne zu gehen oder als sich die „Hexe“ zwischendurch ein Mikrofon schnappte um eigene Musikwünsche lauter vortragen zu können. „Sowas haben die hier alle mit Humor genommen“, schmunzelte Sabine Maurer. Sie weiß aus Erfahrung, dass im Zusammensein mit Menschen mit Behinderung mit der Bereitschaft zu solchen Zugeständnissen ein gemeinsames Miteinander stehen und fallen kann. Sie resümiert den Besuch beim Kinderkarneval: „Also wir haben uns wirklich wohl gefühlt und kommen gerne wieder!“

Gleiches gilt natürlich auch für den Besuch im Eine-Welt-Laden!!!

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die diesen Nachmittag für „Rade integrativ“ möglich und schön gemacht haben!!

Übrigens: Info zu „Rade integrativ“ finden Sie auf der Projekthomepage http://www.rade-integrativ.de

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