Motorrad
Oldtimer der Bismarck-Werke aus Radevormwald-Bergerhof
Die Fahrradwerke Bismarck hatten bis zu ihrem Konkurs 1957
einen guten Namen. Und neben Fahrrädern und Nähmaschinen stellten sie auch Motorräder
her. Zwei der heute seltenen Exemplare konnte der Heimat- & Verkehrsverein
Radevormwald in jüngster Zeit für das Radevormwalder Heimatmuseum ergattern.
Und so reifte schnell die Idee, eine Sonderausstellung als
"Bismarck-Motorrad-Schau" zu gestalten, in der sich nun mehrere Bismarck Mopeds
und Motorräder ein Stelldichein im Heimatmuseum ihrer Heimatstadt geben.
Reichskanzler Otto von Bismarck hatte dem 1896 in
Radevormwald-Bergerhof gegründeten Unternehmen "Fahrradwerke Bismarck"
gestattet, seinen Namen zu führen. Obwohl damals für den größten Teil der Bevölkerung
das Fahrrad mit rund 300 Goldmark noch nahezu unerschwinglich war, konnte man schon zwei
Jahre nach der Gründung stolz auf das 1000. produzierte Rad verweisen.
Zu Beginn des neuen Jahrhunderts brachten die Engländer die ersten
Motorräder auf den Markt. Sogleich beschäftigten sich die Bismarck-Werke auch mit diesem
Artikel. Doch erzielte das Motorradgeschäft damals keinen größeren Umfang.
Schließlich beginnt man 1931 mit der Serienherstellung von
Motorfahrrädern mit Fichtel & Sachs-Motoren von 75 und 98 ccm Hubraum. In der
Nachkriegszeit ist eine geregelte Produktion erst ab 1948 wieder möglich. Den Mofas
folgen 1950 Motorräder mit Fichtel & Sachs sowie Ilo-Motoren. Die Konstruktion der
Bismarck-Motorräder wird übrigens von Emil Fischer besorgt, der zuvor bei Fichtel &
Sachs und bei den Deutschen Industriewerken in Spandau beschäftigt war.
Obwohl die Bismarck-Motorräder keinen Vergleich mit Konkurrenzmodellen
scheuen brauchen, geht der Umsatz im Motorrad-Kriesenjahr 1956 zurück. Die ehemalige
Weltfirma mit dem Namen des deutschen Reichskanzlers gerät in rote Zahlen im Juli
1957 wird das Konkursverfahren eröffnet. |