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Damals: Wahl zur Stadtverordnetenversammlung

Nazis erhielten am 12.03.1933 fast 48% aller Stimmen, SPD nur knapp 7%.

Die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 12. März 1933 in Radevormwald waren die letzten freien Wahlen bis zum Ende des 2. Weltkrieges. Eine Analyse der Ergebnisse zeigt die Wählerwanderung von der Nationalen Liste zur NSDAP.

Ergebnis der Stadtverordneten- Wahl in der Gemeinde Radevormwald vom 12. März 1933:

  • Wahlberechtigte Personen: 9656
  • Ungültige Stimmen: 57
  • Gültige Stimmen: 8033 (entspricht einer Wahlbeteiligung von 83,78 %)
  • NSDAP: 47,64 % (47,36% bei der Reichtagswahl 1 Woche vorher)
  • SPD: 6,66 % (6,68 %)
  • KPD: 17,27 % (19,45 %)
  • Zentrum: 14,63 % (13,31%)
  • Nationale Liste: 13,81 % (13,01 % für andere Parteien, die NL trat bei der Reichtagswahl nicht an.)

Gegenüber der Kommunalwahl am 17. November 1929 ergab sich somit folgende Veränderung:

  • Wahlbeteiligung: +7,5% (1929: 76,25 %)
  • NSDAP: + 42,38 % (1929: 5,26%)
  • SPD: - 4,88 % (1929: 11,56%)
  • KPD: - 3,56 % (1929: 23,01 %)
  • Zentrum: - 0,2% (1929: 14,83 %)
  • Nationale Liste: - 31,49% (1929: 45,3%)

Der 25-köpfige Stadtrat hatte gemäß der Bekanntmachung vom 14.3.1933 folgende Mandatsverteilung:

  • NSDAP: 13 Sitze
  • SPD: 1 Sitz
  • KPD: 4 Sitze
  • Zentrum: 4 Sitze
  • Nationale Liste: 3 Sitze.

Das bedeutete bei einer Gesamtzahl von 25 Mandaten eine absolute Mehrheit für die NSDAP.

Analyse: Auffällig an dem Ergebnis ist, daß die KPD innerhalb von einer Woche 2,2% der Stimmen verloren hat, während die anderen Parteien weitgehend keine Veränderungen aufzeigen. Am meisten konnte davon die Zentrumspartei profitieren, die in einer Woche fast 1,3 % zulegen konnte.

Gegenüber der Kommunalwahl 1929 gab es zwischen der Nationalen Liste und der NSDAP eine Art "Umverteilung" der Stimmen. Rechnet man die Stimmen der NSDAP und der Nationalen Liste zusammen so wählten 1929 50,56% beide Parteien während diese 1933 auf 61,45% kamen. Gleichzeitig konnte das Zentrum ihren Stimmenanteil von knapp 15% halten.

Die linken Parteien (KPD und SPD) mußten nochmals Einbußen hinnehmen. 1929 wählten 34,57 % beide Parteien, 1933 kam man zusammen noch auf 23,93 %.

Quelle: Bergische Landeszeitung vom 6.3.1933, 13.3.1933 und 14.3.1933

Infos zur Zeitgeschichte auch unter http://www.bergische-zeitgeschichte.de/broschuere_kemna.html

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