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Arbeitsmarkt April 2012

Arbeitsmarkt April 2012

Presse Info 029/2012 vom 02.05.2012

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach

  • Arbeitsmarkt bleibt stabil

Die Einschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung sind mit positivem Trend optimistisch. Der Arbeitsmarkt in der Region ist stabil. Die Zahl der Arbeitslosen ging weiter leicht zurück und die Zahl der offenen Stellen stieg leicht an. Zum Monatsabschluss gab es weniger arbeitslose Berufsanfänger  aber auch einige Arbeitslose mehr der „Generation 50plus“.

„Die ersten Monate des Jahres verliefen insgesamt gesehen positiv und lassen auf ein gutes Jahr hoffen. Alles deutet auf eine anhaltende Entwicklung hin. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist erneut angestiegen und die Unternehmen der Region setzen mit ihrer stabilen Kräftenachfrage ein bejahendes Signal. Die Arbeitslosigkeit wird daher in den nächsten Monaten weiter sinken, auch wenn die Entwicklung sicherlich nicht mehr die Dynamik der Vergangenheit besitzen wird“, sagt Anna Artmann, Vizechefin der Bergisch Gladbacher Arbeitsagentur, bei Vorlage der Aprildaten. Mit 24.098 arbeitslosen Männern und Frauen wurde der niedrigste Aprilstand der letzten zwanzig Jahre erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen ist gegenüber März um -89 oder -0,4 Prozent gesunken, im Vorjahresvergleich  um -514 oder -2,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt nunmehr bei 6,6 Prozent nach 6,7 Prozent im März und 6,8 Prozent im Vorjahr. 4.054 Personen meldeten sich im April arbeitslos,  4.152 meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit erfolgte überwiegend im Bereich der Arbeitslosenversicherung: Hier gab es im April 2012 mit 7.871 arbeitslosen Männern und Frauen 72 oder 0,9 Prozent weniger als im Vormonat und 179 oder 2,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Bereich der Grundsicherung verlief diese Entwicklung etwas verhaltener: Mit 16.227 Arbeitslosen wurde der Stand vom März um -17 oder ‑0,1 Prozent unterschritten und der vom April 2011 um -335 oder -2,0 Prozent.

Zahlreiche Berufsanfänger, die zu Jahresanfang nach ihrer Berufsausbildung nicht direkt eine Anschlussbeschäftigung haben sich abgemeldet, die Zahl der unter 25jährigen Arbeitslosen sank im April um -109 oder -4,2 Prozent auf 2.507. Der Vorjahresstand wurde noch um -18 oder -0,7 Prozent unterschritten. Bei der „Generation 50plus“ ist der Prozess verhaltener, derzeit sind 7.847 Männer und Frauen arbeitslos. Der Stand vom März wurde um 72 oder 0,9 Prozent überschritten und der vom Vorjahr um 99 oder 1,3 Prozent. Ursache dieser Zunahme lag auch  in den Entlassungen einer Drogeriemarktkette.

Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr wird dabei noch unterzeichnet, weil der statistische Entlastungseffekt durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen geringer ist als vor einem Jahr. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren oder in Arbeitsgelegenheiten beschäftigt sind und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, lag im April 2012 mit 6.282 um 2.247 oder 26,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die Gesamtgröße derUnterbeschäftigung umfasste im Berichtsmonat 30.380 Männer und Frauen und damit 2.761 oder 8,3 Prozent weniger als noch im April 2011. Die Unterbeschäftigungsquote sank von 9,0 Prozent im Vorjahr über 8,4 Prozent im Vormonat auf nunmehr 8,3 Prozent.

Im April suchten vor allem Zeitarbeitsunternehmen und Handel neues Personal – gesucht wurden Mitarbeiter u. a. als Elektriker, in Bau- und Baunebenberufen, Metall-, Büro- und Gastronomieberufen. Mit3.033 freien Arbeitsstellen wurde das Angebot vom März um 81 oder 2,7 Prozent und das vom April des Vorjahres um 438 oder 16,9 Prozent überschritten. 1.358 Stellen oder 44,8 Prozent stammten von Zeitarbeitsunternehmen. 2.867 Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, davon 2.472 oder 81,5 Prozent unbefristet. Dieses Stellenangebot wuchs gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 19,1 Prozent. Ein höheres Stellenangebot in einem April gab es zuletzt 2001 mit 3.133 Stellen bei 27.849 Arbeitslosen.   

Die hiesigen Betriebe und Verwaltungen suchen neben Helfern in der Metallbearbeitung und im Lagerbereich vor allem Fachkräfte in der Altenpflege, Kommissionierer, Tischler, Elektroinstallateure, CNC-Dreher, Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker Drehtechnik, Berufskraftfahrer, Außendienstmitarbeiter, Bürokaufleute, Steuerfachangestellte und Erzieherinnen.

In diesem Jahr ist es gelungen mehr junge Männer und Frauen für eine betriebliche Ausbildung zu interessieren, 4.154  konnten als Bewerber/innen registriert werden,  1.300 oder 45,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Betriebe meldeten bisher 2.279 Berufsbildungsstellen, 153 oder 6,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Aktuell suchen noch 2.353 gemeldete Bewerber, 1.093 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt. „Wenn so viele junge Leute sich für eine betriebliche Ausbildung entscheiden wollen, sollte angesichts des hohen Fachkräftebedarfs ein entsprechendes Stellenangebot  erreichbar sein“ kommentiert Anna Artmann. „Die Erfahrungen aus verschiedenen Speed-Datings zeigen, dass alle Bewerber/innen über ausbildungsrelevante Fähigkeiten verfügen, die sich aber nicht immer in den Zeugnisnoten spiegeln.“

 

Der Arbeitsmarkt nach Regionen

(Ausführungen zu den Geschäftsstellenbezirken finden Sie im beigefügten Arbeitsmarktreport)

Die Arbeitsmarktentwicklung in der Region verlief recht unterschiedlich: Während die Arbeitslosigkeit im Rheinisch-Bergischen Kreis geringfügig anstieg, konnten insbesondere im Oberbergischen Kreis und auch in Leverkusen Rückgänge verzeichnet werden. Im Rheinisch-Bergischen Kreis schwächte sich auch die Kräftenachfrage leicht ab.

Oberbergischer Kreis:

Die Zahl arbeitsloser Männer und Frauen sank um -73 oder -0,8 Prozent auf 8.799. Der Stand vom April 2011 wurde dabei um -467 oder -5,0 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,2 Prozent auf dem Märzstand, vor einem Jahr betrug sie noch 6,5 Prozent. 1.522 Personen meldeten sich arbeitslos, bei 1.595 endete die Arbeitslosigkeit. Da sich der Personalbedarf in den männertypischen Berufen erhöhte, sank die Zahl der arbeitslosen Männer in den letzten vier Wochen um -97 oder -2,0 Prozent auf 4.638. Im Vergleich zum Vorjahr gab es -267 oder -5,4 Prozent weniger arbeitslose Männer. Die Entlassungen einer Drogeriemarktkette trugen dazu bei, dass im April 2012 die Zahl der arbeitslosen Frauen um 24 oder 0,6 Prozent auf 4.161 stieg. Der Vorjahresstand wurde jedoch um -200 oder -4,6 Prozent unterschritten. Männer sind mit einer Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent etwas weniger stark von der Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen mit einer Quote von 6,4 Prozent.

Wie erwartet, konnten erneut vermehrt Berufsanfänger aus der Arbeitslosigkeit ausscheiden, die Zahl der arbeitslosen unter 25Jährigen sank im Berichtsmonat um -42 oder -4,4 Prozent auf 906; gegenüber April 2011 sank ihre Zahl um -51 oder -5,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe fiel mit 5,2 Prozent deutlich unterdurchschnittlich aus.

Die Freisetzungen der o. a. Handelskette beeinflusste auch die Altersstruktur der Arbeitslosigkeit. Der überwiegende Teil der entlassenen Frauen ist älter als 50 Jahre und auch daher gab es zum Monatsende mit 2.959 Arbeitslosen der „Generation 50plus“ 25 oder 0,9 Prozent mehr als im März. Gegenüber dem Vorjahr waren es 18 oder 0,6 Prozent mehr. Mit 7,5 Prozent fiel die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe deutlich überdurchschnittlich hoch aus.

Von den 8.799 Arbeitslosen im Oberbergischen Kreis entfielen 3.152 auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 5.647 auf die Grundsicherung. Während sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung deutlich unter Vorjahresniveau bewegt, liegt sie im Bereich der Arbeitslosenversicherung in diesem Monat über dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung konzentriert sich auf die drei Nordkreiskommunen. In diesem Städtedreieck konnten noch nicht alle arbeitslosen Ausbildungsabsolventen in den Arbeitsmarkt einmünden. Außerdem haben einige der Betriebe Zeitarbeit und die Beschäftigung von Produktionshelfern reduziert.

Mit 1.224 offenen Arbeitsstellen fiel die Arbeitskräftenachfrage um 16 oder 1,3 Prozent höher aus als im März und um 160 oder 15,0 Prozent höher aus als im Vorjahr. Aktuell suchen die oberbergischen Betriebe bei insgesamt 360 unterschiedlichen Berufen vor allem CNC-Dreher, Zerspanungsmechaniker Drehtechnik, Fachkräfte in der Altenpflege, Tischler, Helfer für die Kunststoffproduktion, Prozessleitelektroniker, Berufskraftfahrer, Helfer für die Metallbearbeitung, Industriemechaniker, Helfer in der Lagerwirtschaft, Elektroinstallateure und Erzieherinnen. Stellenangebote für Verkäuferinnen nehmen hier nur eine nachrangige Rolle ein.

Rheinisch-Bergischer  Kreis:

Die Arbeitslosenzahl  blieb im Rheinisch-Bergischen Kreis nahezu stabil (+5 oder +0,1 Prozent auf 8.754), trotz etlicher  Arbeitslosmeldungen von ehemaligen Arbeitnehmerinnen einer Drogeriemarktkette und einer nachlassenden Arbeitskräftenachfrage in rund 100 unterschiedlichen Berufen. Der Vorjahresstand wurde aber um 187 oder 2,1 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,3 Prozent auf dem Stand vom März, vor einem Jahr betrug sie 6,4 Prozent. Der aktuelle Anstieg ist der Saldo aus einer sinkenden Arbeitslosigkeit bei den Männern um -37 oder -0,8 Prozent auf 4.580 und einer steigenden bei den Frauen um 42 oder 1,0 Prozent auf 4.174. Dennoch blieb die Arbeitslosenquote für Frauen mit 6,2 Prozent etwas niedriger als die für Männer mit 6,3 Prozent. Hier wirkt sich die Wirtschaftstruktur des Kreises mit dem höheren Dienstleistungsanteil aus. Der Dienstleistungssektor bietet relativ mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen als der Produktionssektor.

Analog zu der Entwicklung in den übrigen Regionen des Agenturbezirks konnten viele Berufsanfänger ihre Arbeitslosigkeit nach wenigen Wochen beenden. Die Zahl der arbeitslosen unter 25Jährigen sank um -33 oder -4,0 Prozent auf 793. Damit wurde das Vorjahresniveau wieder erreicht (+1 oder +0,1 Prozent). Im Vormonat wurde es noch um 2,1 Prozent überschritten. Bedingt auch durch die o. a. Arbeitslosmeldungen von Arbeitnehmerinnen einer Drogeriemarktkette stieg die Arbeitslosigkeit der „Generation 50plus“ um 31 oder 1,0 Prozent auf 3.020 und lag damit auch um 44 oder 1,5 Prozent über dem Stand vom April 2011.

2.974 arbeitslose Männer und Frauen entfielen auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 5.780 auf den der Grundsicherung. Im Laufe des Monats hatten sich 589 Personen unmittelbar nach einem Arbeitsplatzverlust arbeitslos gemeldet, gleichzeitig konnten 566 wieder eine neue Beschäftigung aufnehmen.

Die nachlassende Arbeitskräftenachfrage von Zeitarbeitsunternehmen und aus der Altenpflege ließen das Stellenangebot im Kreisgebiet leicht sinken. Mit 966 noch offenen Arbeitsstellen wurde das Angebot vom März um 18 oder 1,8 Prozent unterschritten, jedoch gab es noch 28 oder 3,0 Prozent mehr Stellen als im Vorjahr. Aktuell suchen die Betriebe vor allem Kommissionier, Helfer in der Metallbearbeitung, Altenpfleger, Elektroinstallateure, Tischler, Außendienstmitarbeiter und Steuerfachangestellte. Das Stellenangebot erstreckte sich über eine Palette von fast 280 unterschiedlichen Berufen.

Leverkusen:

Mehr Stellen und eine leicht rückläufige Arbeitslosigkeit kennzeichneten die Arbeitsmarktentwicklung inLeverkusen im April. Mit 6.545 arbeitslosen Männern und Frauen wurde der Stand vom Vormonat um -21 oder -0,3 Prozent unterschritten, damit gab es aber noch 140 oder 2,2 Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr. Im Laufe des Monats konnten 404 Arbeitslose eine neue Stelle antreten, 70 oder 21 Prozent mehr als im März. Gleichzeitig hatten aber auch 426 Personen ihre Beschäftigung verloren. DieArbeitslosenquote blieb mit 8,1 Prozent auf dem Stand von vor vier Wochen; vor einem Jahr lag sie noch bei 7,9 Prozent. 1.745 Arbeitslose entfielen auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung der Agentur für Arbeit und 4.800 auf den Bereich der Grundsicherung des Jobcenters. 808 Arbeitslose zählten mit einem Alter von unter 25 Jahren zu den Berufsanfängern, -34 oder -4,0 Prozent weniger als im Monat zuvor, aber noch 32 oder 4,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1.868 Arbeitslose waren 50 Jahre und älter, 16 oder 0,9 Prozent mehr als im März und 37 oder 2,0 Prozent mehr als im April 2011.

Zeitarbeitsunternehmen, Altenheime und Pflegedienste meldeten eine verstärkten Personalbedarf und daher stieg das Angebot an freien Arbeitsstellen im April um 83 oder 10,9 Prozent auf 843; das waren 250 oder 42,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Neben Helfern in der Metallbearbeitung suchte die Leverkusener Wirtschaft vor allem Elektromechaniker, Medizinische Fachangestellte, Chemikanten, Mechatroniker, Rohrvorrichter, Maschinen- und Anlageführer, befristet Reifenmonteure, Altenpfleger, Helfer im Metallbau, Konstruktionsmechaniker, Krankenpflegekräfte, Telefonisten und Elektroinstallateure.

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