Presse Info 005/2012 vom 31.01.2012
Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach
- Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit
- Mehr als 1.100 Arbeitsaufnahmen
- Sinkende Nachfrage durch Zeitarbeitsunternehmen
Obwohl die winterlichen Witterungseinflüsse sich in Grenzen hielten, kam es doch zu vermehrten Arbeitslosmeldungen von Arbeitnehmer/innen aus witterungsabhängigen Branchen. Außerdem wirkte sich im Angestelltenbereich der Quartalskündigungstermin aus. Und, obwohl vor allem die Zeitarbeitsunternehmen ihren Einstellungsbedarf reduzierten, konnten im Januar fast genauso viele Männer und Frauen eine Beschäftigung im 1. Arbeitsmarkt aufnehmen wie im Dezember.
„Dieser saisonübliche Anstieg im Januar war zu erwarten und gibt keinen Anlass an der bisherigen Robustheit des Arbeitsmarktes zu zweifeln“, so Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. „Die nahezu gleichbleibende Zahl von Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeugt von dem fast ungebrochenen Einstellungsbedarf der hiesigen Betriebe und Verwaltungen“, so Krause weiter. Nach 5.256 Arbeitslosmeldungen, darunter 2.392 nach Verlust ihres Arbeitsplatzes auf dem 1. Arbeitsmarkt, und 3.760 Abmeldungen, darunter 1.126 wegen einer Arbeitsaufnahme auf dem 1. Arbeitsmarkt, fiel die Arbeitslosenzahl am Monatsende mit 23.850 um 1.515 oder 6,8 Prozent höher aus als im Dezember, aber um 1.337 oder 5,3 Prozent niedriger als im Januar des Vorjahres. „Damit haben wir nach wie vor die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren“, so Krause. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 6,6 Prozent nach 6,1 Prozent im Vormonat und 6,9 Prozent im Januar 2011.
Da der aktuelle Anstieg der Arbeitslosigkeit insbesondere aufgrund von Entlassungen aus Erwerbstätigkeit erfolgte, schlug sich diese Entwicklung überwiegend im Versicherungsbereich nieder und weniger im Bereich der Grundsicherung: So entfielen von 23.850 Arbeitslosen Ende Januar 2012 insgesamt 8.025 auf den Versicherungsbereich und damit 870 oder 12,2 Prozent mehr als vor vier Wochen, jedoch 1.070 oder 11,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. 15.825 Arbeitslose entfielen auf den Bereich der Grundsicherung bei den Jobcentern und damit 645 oder 4,2 Prozent mehr als im Dezember, aber noch 267 oder 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
Aufgrund der Sozialauswahl, der die Betriebe bei Kündigungen unterliegen, stieg die Arbeitslosigkeit vorwiegend bei den jüngeren Jahrgängen (+11,3 Prozent). Dagegen konnten immerhin 208 Arbeitslose aus der „Generation 50plus“ im Januar eine neue Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt beginnen. Das Beispiel eines 59jährigen Controllers aus Bergisch Gladbach, dem - nach nur wenigen Tagen der Arbeitslosigkeit - eine neue Stelle im Rhein-Sieg Kreis vermittelt wurde, zeigt nicht nur die nach wie vor bestehende Aufnahmefähigkeit des Marktes sondern auch die langsam besser werdenden Integrationschancen von Fachkräften auch bei den älteren Jahrgängen.
Die hiesigen Betriebe und Verwaltungen erteilten dem Arbeitgeberservice im Januar Vermittlungsaufträge für 934 Arbeitsstellen, davon boten 859 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 269 oder 22,4 Prozent weniger als im Vormonat, jedoch 147 oder 18,7 Prozent mehr als im Januar 2011. Zum Monatsabschluss dauerten die Vermittlungsaktivitäten für 2.790 freie Arbeitsstellen noch an, 110 oder 3,8 Prozent weniger als im Dezember, aber 784 oder 39,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 2.639 freie Arbeitsstellen bezogen sich auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, 2.260 Stellen boten eine unbefristete Besetzungsdauer. Im Vergleich zum Januar 2011 stieg die Zahl der unbefristeten Stellenangebote mit +41,2 Prozent deutlich stärker als die der befristeten mit einem Wachstum von +30,5 Prozent. Der aktuelle Rückgang entstand vor allem im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung mit 10,7 Prozent auf 1.194. Damit entfallen auf diese Branche 42,8 Prozent aller Stellenangebote. An der Gesamtbeschäftigung hat die Zeitarbeit einen Anteil von 3 Prozent.
Nach wie vor suchen die hiesigen Arbeitgeber neben Helfern in der Metallbearbeitung vor allem Fachkräfte wie Altenpfleger, Elektroinstallateure, Tischler, Krankenpfleger, Industriemechaniker, Kommissionierer, Friseure, Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Erzieher, Gabelstaplerfahrer, Elektroniker Energie-/Gebäudetechnik, Zerspanungsmechaniker Drehtechnik und Sozialpädagogen.
Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr wird dabei noch unterzeichnet, weil der statistische Entlastungseffekt durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen geringer ist als vor einem Jahr. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren oder in Arbeitsgelegenheiten beschäftigt sind und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, lag im Januar 2012 mit 6.867 um 2.366 oder 25,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die Gesamtgröße derUnterbeschäftigung umfasste im Berichtsmonat 30.717 Männer und Frauen und damit 3.703 oder 10,8 Prozent weniger als im Januar 2011. Die Unterbeschäftigungsquote sank von 9,4 Prozent im Vorjahr über 8,2 Prozent im Vormonat auf nunmehr 8,4 Prozent.
Der Arbeitsmarkt nach Regionen
Im Januar 2012 stieg die Arbeitslosigkeit in den beiden Landkreisen etwas deutlicher als in der kreisfreien Stadt Leverkusen, da dort witterungsabhängige Branchen einen höheren Beschäftigungsanteil aufweisen. Jedoch wird in ihnen der Vorjahresstand der Arbeitslosigkeit – im Gegensatz zu Leverkusen – noch unterschritten.
In den Grenzen des Oberbergischen Kreises stieg die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen im letzten Monat um 597 oder 7,2 Prozent auf 8.887, dabei wurde aber der Vorjahresstand noch um 801 oder 8,3 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 6,2 Prozent nach 5,8 Prozent im Dezember und 6,8 Prozent im Januar 2011. Analog zur Entwicklung im Gesamtbezirk der Agentur erfolgte der Zuwachs insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung (+13,6 Prozent) und geringer im Bereich der Grundsicherung (+3,8 Prozent). Auch hier erhöhte sich, als Folge der Sozialauswahl, die Arbeitslosigkeit der jüngeren Jahrgänge stärker (+23,0 Prozent) als bei den älteren Jahrgängen (+4,8 Prozent).
Das Stellenangebot im Kreis blieb im Saldo der Entwicklung weitgehend konstant, dabei wurden Rückgänge u. a. in Hückeswagen durch Zuwächse u. a. in Reichshof ausgeglichen. Zum Monatsabschluss waren für 1.139 Arbeitsstellen die Vermittlungsbemühungen noch nicht abgeschlossen, 6 oder 0,5 Prozent mehr als im Dezember und 333 oder 41,3 Prozent mehr als im Januar 2011. Dabei boten 1.094 Stellen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Aktuell suchen die oberbergischen Arbeitgeber insbesondere Mitarbeiter/innen im Produktionsbereich sowie in der Altenpflege. So zählten vor allem Zerspanungsmechaniker Drehtechnik, Industriemechaniker, Elektroinstallateure, Helfer in der Metallbearbeitung, Tischler, Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, CNC-Dreher, Maschinenbauingenieure, Elektroniker Energie-/Gebäudetechnik, Schweißer und Fachkräfte in der Altenpflege zu den meistgesuchten Arbeitskräften.
Im Rheinisch-Bergischen Kreis stieg die Arbeitslosenzahl nach 1.791 Arbeitslosmeldungen und 1.228 Abmeldungen um 564 oder 7,0 Prozent auf 8.629 und blieb dabei um 603 oder 6,5 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Dabei entfielen 2.985 arbeitslose Männer und Frauen auf den Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit und 5.644 auf den Bereich der Grundsicherung des Jobcenters. Die Arbeitslosenquote im Kreisgebiet stieg von 5,8 Prozent im Dezember auf nunmehr 6,2 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 6,6 Prozent. Analog zur Entwicklung in den anderen bergischen Regionen waren eher die jüngeren Arbeitnehmer vom aktuellen Anstieg betroffen. Erfahrene Kräfte in den mittleren und älteren Jahrgängen waren eher unterdurchschnittlich am aktuellen Zuwachs beteiligt.
Das Stellenangebot im Kreisgebiet gab im Januar um 64 oder 6,1 Prozent auf 981 nach und übertraf aber noch den Vorjahresstand um 200 oder 25,6 Prozent. Insbesondere Zeitarbeitsunternehmen reduzierten ihre Vermittlungsaufträge u. a. für Helfer im Lagerbereich und für Fachkräfte in der Produktion. Aktuell suchen die Betriebe und Verwaltungen insbesondere Kommissionierer, Erzieherinnen, Gabelstaplerfahrer, Elektroinstallateure, Friseure, Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Fachkräfte in der Kranken- und Altenpflege.
Der Quartalskündigungstermin im Angestelltenbereich sowie Entlassungen in witterungsabgängigen Branchen trugen dazu bei, dass auch in Leverkusen die Arbeitslosigkeit im Januar um 354 oder 5,9 Prozent auf 6.334 anstieg; damit wurde auch der Vorjahresstand um 67 oder 1,1 Prozent überschritten. Dabei entfielen 1.751 Arbeitslose auf den Versicherungsbereich der Agentur für Arbeit und 4.583 auf den Grundsicherungsbereich des Jobcenters. Die Arbeitslosenquote für Leverkusen liegt nunmehr bei 7,8 Prozent nach 7,4 Prozent im Dezember und 7,7 Prozent im Januar 2011. Im Laufe des Monats hatten sich 1.450 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, darunter 590 nach Verlust ihres Arbeitsplatzes auf dem 1. Arbeitsmarkt; gleichzeitig beendeten 1.117 Personen ihre Arbeitslosigkeit, darunter 294 durch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Das Arbeitsplatzangebot in Leverkusen ließ im Januar etwas nach. Zum Monatsabschluss waren für 670 freie Arbeitsstellen die Vermittlungsbemühungen noch nicht abgeschlossen, 52 oder 7,2 Prozent weniger als Ende Dezember, jedoch noch 251 oder 59,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 641 dieser Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Aktuell suchen die Arbeitgeber in der Stadt neben Produktionshelfern vor allem Informatiker, Chemikanten, Telefonisten, Elektroinstallateure, Medizinische Fachangestellte, Tischler und Softwareentwickler, Kranken- und Altenpfleger.
Zuletzt aktualisiert am: 31.01.2012. 4386 09.06.2026).
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