Presse Info 073/2011 vom 30.11.2011
Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach
- Arbeitslosigkeit geht erneut zurück
- Niedrigster Stand seit 1991
- Stellenangebot steigt
„Auch der Arbeitsmarkt im November bot keinen Anlass eine Trendwende herbeizureden“, kommentiert Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, die aktuelle Entwicklung. „Im November konnten mehr Arbeitslose eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen als im Vormonat; dies galt sowohl für Arbeitslose aus dem Versicherungsbereich als auch für die aus der Grundsicherung.“
Trotz einschlägiger Prognosen über eine konjunkturelle Abschwächung blieb das hiesige Arbeitsmarktgeschehen weiterhin lebhaft: Im Laufe des Monats mussten sich 1.650 Männer und Frauen nach Verlust ihrer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt arbeitslos melden. Dies waren zwar 132 oder 8,7 Prozent mehr als während des Vormonats, jedoch basierte dieser Zuwachs im Wesentlichen auf den jahreszeitüblichen Arbeitslosmeldungen aus der Gastronomie und dem Baugewerbe. Gleichzeitig konnten 1.434 Arbeitslose eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt aufnehmen, 141 oder 10,9 Prozent mehr als im Oktober 2011 und noch 16 oder 1,1 Prozent mehr als im November 2010. Zum Monatsabschluss waren im November noch 22.435 Arbeitnehmer/innen arbeitslos, 245 oder 1,1 Prozent weniger als im Vormonat. Dies ist eine für diesen Monat übliche Entwicklung. Der Vorjahresstand wurde erneut um 1.592 oder 6,6 Prozent unterschritten. Eine niedrigere Arbeitslosenzahl wurde in einem November zuletzt 1991 ermittelt. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,2 Prozent auf dem Vormonatsstand. Im November 2010 lag sie noch bei 6,6 Prozent.
Von den 22.345 Arbeitslosen entfielen 7.072 auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung der Agentur für Arbeit, 119 oder 1,7 Prozent weniger als im Oktober und 1.196 oder 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Weitere 15.363 arbeitslose Männer und Frauen wurde im Rahmen der Grundsicherung durch die Jobcenter betreut, 126 oder 0,8 Prozent weniger als vor vier Wochen und 396 oder 2,5 Prozent weniger als vor zwölf Monaten.
Auch im November konnten Berufsanfänger, die nach ihrer Ausbildung im Sommer arbeitslos geworden waren, eine Anschlussbeschäftigung aufnehmen. Gleichzeitig meldeten sich aber auch schon erste Ausbildungsabbrecher arbeitslos. Im Saldo konnten jedoch mehr Berufsanfänger ihre Arbeitslosigkeit beenden (834) als andererseits neu arbeitslos wurden (750); in 306 Fällen wurde eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufgenommen und in 37 Fällen sogar noch eine betriebliche Ausbildung begonnen. Zum Monatsabschluss unterschritt die Arbeitslosenzahl der unter 25-jährigen mit 2.228 den Vormonatsstand um 111 oder 4,7 Prozent den Vorjahresstand um 155 oder 6,5 Prozent.
An der Aufwärtsentwicklung auf dem hiesigen Arbeitsmarkt konnten jedoch Schwerbehinderte und ältere Arbeitslose kaum partizipieren. So stieg im November – entgegen der Gesamtentwicklung - die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderungen um 24 oder 1,5 Prozent auf 1.636 und lag damit um 40 oder 2,5 Prozent über dem Stand vom November 2010. Die Generation „50plus“ kann zwar an der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt teilnehmen, jedoch nicht in der gleichen Intensität wie die jüngeren Jahrgänge. So lag ihre Zahl mit 7.343 nur um 26 oder 0,4 Prozent unter dem Stand vom Oktober und um 91 oder 1,2 Prozent unter dem Stand vom November 2010.
Im November erreichte das Stellenangebot in der Region seinen bisher höchsten Stand mit 3.121 freien Arbeitsstellen, dies waren 73 oder 2,4 Prozent mehr als im Oktober und 981 oder 45,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem Zeitarbeitsunternehmen, Betriebe des Sozialwesens und aus der Kunststoffverarbeitung verstärkten ihre Arbeitskräftenachfrage. Eine Nachfragesteigerung ergab sich insbesondere für Außendienstmitarbeiter, Lagerverwalter, Buchhalter und Krankenschwestern. Von den 3.121 freien Stellen boten 2.939 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, dabei suchten die Betriebe insbesondere Altenpfleger, Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Industriemechaniker, Elektroinstallateure, Elektroniker Energie-/Gebäudetechnik, Tischler, Berufskraftfahrer, Gabelstaplerfahrer und Erzieherinnen. 2.417 dieser Arbeitsstellen sollen unbefristet besetzt werden. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr wird dabei noch unterzeichnet, weil der statistische Entlastungseffekt durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen geringer ist als vor einem Jahr. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren oder in Arbeitsgelegenheiten beschäftigt sind und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, lag im November 2011 mit 7.573 um 2.230 oder 22,7 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Auch im Bereich der Kurzarbeit zeichnet sich keine Trendwende ab: Im Oktober wurden 8 Anzeigen für 131 Personen eingereicht, dies entspricht weitgehend dem Vorjahresniveau. Nach den zuletzt verfügbaren Daten vom Mai 2011 mussten in 121 Betrieben 543 Arbeitnehmer/innen kurzarbeiten, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr als noch 4.221 Männer und Frauen in 464 Betrieben Kurzarbeit ausüben mussten. Der Arbeitsmarkt nach Regionen: In den Regionen, in denen saisonabhängige Branchen stärker vertreten sind, haben Arbeitslosmeldungen aus der Gastronomie und dem Baugewerbe den Abbau der Arbeitslosigkeit verlangsamt; dies war vor allem im Oberbergischen Kreis der Fall. In Leverkusen führten Arbeitslosmeldungen von Arbeitnehmern eines Textilfarbenherstellers zu dieser Entwicklung. In keiner Region gab es aber Anzeichen einer konjunkturellen Trendwende. Im Oberbergischen Kreis meldeten sich im November 1.825 Männer und Frauen arbeitslos - gleichzeitig konnte die Arbeitslosigkeit für 1.879 Personen beendet werden. Dadurch lag ihre Zahl mit 8.251 um 61 oder 0,7 Prozent niedriger als im Oktober. Seit dem November 2010 wurde sie im Kreisgebiet um 885 oder 9,7 Prozent verringert. Von den 8.251 Arbeitslosen zählten 2.856 zu den Kunden der drei Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit und 5.395 zu denen des Jobcenters. Die Arbeitslosenquote für den Kreis blieb mit 5,8 Prozent auf dem Stand des Vormonats. Vor einem Jahr betrug sie noch 6,4 Prozent. Der Arbeitsmarkt im Kreisgebiet zeigte sich – trotz gegenteiliger saisonaler Einflüsse – als nach wie vor aufnahmefähig: So konnten 560 Männer und Frauen eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt aufnehmen, 13 oder 2,4 Prozent mehr als im Oktober. Die Betriebe hatten im November Vermittlungsaufträge für 502 Arbeitsstellen erteilt, 11 oder 2,2 Prozent mehr als im Vormonat. Arbeitslosigkeit konnte insbesondere im Metallbau, im Logistikbereich, in der Gesundheitspflege und in der Altenpflege reduziert werden. Zum Monatsabschluss wurden für 1.208 Arbeitsstellen die Vermittlungsbemühungen fortgesetzt, 1.157 Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Dabei suchten die Betriebe und Verwaltungen aktuell vor allem Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker Drehtechnik, Anlagenmechaniker Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik, Schweißer, Elektroinstallateure, Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik, Altenpfleger und Tischler. Diese Angebote belegen die gute Auftragsausstattung im Produktionssektor im Oberbergischen Kreis. Die Angebote für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Handel oder der Gastronomie haben in den letzten vier Wochen deutlich nachgelassen. Arbeitslose Männer und Frauen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis konnten im November häufiger eine Erwerbstätigkeit aufnehmen (648) als sie andererseits verloren (608). Von dieser Entwicklung konnten vermehrt die Frauen profitieren, insbesondere wenn sie Tätigkeiten im Büro- und Sekretariat, im Verkauf oder im Reinigungsbereich aufnahmen. Beim Monatsabschluss waren im Kreisgebiet noch 8.139 Arbeitnehmer/innen arbeitslos, 150 oder 1,8 Prozent weniger als vor vier Wochen und 672 oder 7,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt nunmehr bei 5,8 Prozent, nach 5,9 Prozent im Vormonat und 6,3 Prozent im November 2010. Von den 8.139 Arbeitslosen entfielen 2.669 auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung, den die Agentur für Arbeit betreut, und 5.470 auf den Bereich der Grundsicherung im Verantwortungsbereich des Jobcenters. In beiden Rechtskreisen ging die Arbeitslosigkeit zurück. Im Laufe des Monats erteilten die hiesigen Betriebe und Verwaltungen Vermittlungsaufträge für 490 freie Arbeitsstellen. Zum Monatsabschluss waren bei 1.096 Stellen die Vermittlungsbemühungen noch nicht abgeschlossen, dabei boten 1.023 Stellen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Meist gesucht waren Altenpfleger, Helfer im Lagerbereich, Kommissionierer, Erzieherinnen, Anlagenmechaniker Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik, Gabelstaplerfahrer, Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik und Berufskraftfahrer.In Leverkusen ging im November die Arbeitslosigkeit nur unmerklich zurück (-34 oder -0,6 Prozent auf 6.045), da sich Freisetzungen im Produktions- und Logistikbereich und Einstellungen u. a. im Verkauf und Gesundheitswesen nahezu aufhoben. Auch im Vorjahresvergleich ist in Leverkusen die Arbeitslosenzahl nur geringfügig zurückgegangen (-35 oder -0,6 Prozent). Für Berufsanfänger (unter 25 Jährige) hat sich die Situation kaum verbessert, denn ihre Zahl blieb mit 697 noch um 30 oder 4,5 Prozent über dem Vorjahresstand, obwohl gegenüber Oktober ein Rückgang um 46 oder 6,2 Prozent zu verzeichnen war. Es bleibt in Leverkusen schwierig Arbeitslose aus dem Bereich der Grundsicherung ins Erwerbsleben zu integrieren, denn mit 4.498 arbeitslosen Männern und Frauen aus diesem Rechtsbereich wurde der Vormonatsstand nur unmerklich unterschritten (-6 oder -0,1 Prozent) und der Vorjahresstand sogar noch übertroffen (+146 oder +3,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote blieb mit 7,5 Prozent auf dem Vormonats- und Vorjahresstand. Die Zeitarbeitsunternehmen sorgten in der Chemiestadt für ein wachsendes Stellenangebot. Zum Monatsabschluss boten die Betriebe und Verwaltungen in Leverkusen 817 freie Arbeitsstellen, 84 oder 11,5 Prozent mehr als im Oktober und 405 oder 98,3 Prozent mehr als im November 2010. Aktuell suchen sie vor allem Helfer in der Metallbearbeitung und im Logistikbereich sowie Informatiker, Chemikanten, Anlagenmechaniker Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik, Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Servicekräfte in der Gastronomie und Berufskraftfahrer.
Zuletzt aktualisiert am: 30.11.2011. 4036 09.06.2026).
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