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Arbeitsmarkt August 2010

Arbeitsmarkt August 2010

Presse Info 054/2010 vom 31.08.2010

Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach

  • Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im August
  • Abnahme gegenüber Vorjahr wächst weiter

Die wirtschaftliche Erholung einerseits und die Ferienzeit mit ihren reduzierten personalpolitischen Entscheidungen in zahlreichen Betrieben andererseits prägten die Arbeitsmarktentwicklung im August 2010. Der neu gemeldete Kräftebedarf der Betriebe ließ zwar im letzten Ferienmonat etwas nach, jedoch blieb die Größenordnung der aktuell eingestellten Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat ungebrochen.

„Viele Betriebe können in der jetzigen Aufwärtsentwicklung wieder Fahrt aufnehmen, weil sie durch die Gewährung von Kurzarbeitergeld und anderen Instrumenten durch die Agentur für Arbeit ihre bewährten Fachkräfte auch in der Krise halten konnten“, kommentiert Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach die aktuelle Entwicklung.

Nach dem jahreszeitüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli setzte sich im August die Arbeitsmarktentlastung wieder fort: Nach 5.550 Arbeitslosmeldungen, von denen 1.683 nach einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt erfolgten und gleichzeitig 5.913 Abmeldungen, bei denen 1.727 aufgrund einer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt erfolgten, wurden noch für arbeitslose 26.294Männer und Frauen die Vermittlungsbemühungen der Agentur und der Job-Center der Arbeitsgemeinschaften fortgesetzt. Durch diese Entwicklung fiel die Arbeitslosenzahl um 397 oder 1,5 Prozent niedriger aus als im Vormonat und um 2.233 oder 7,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der aktuelle Rückgang gegenüber Juli bewegt sich im Rahmen der in einem August üblichen Bandbreite. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr hat sich indes in den letzten Monaten deutlich ausgedehnt. Von der rückläufigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit profitieren insbesondere Berufsanfänger, die nunmehr verstärkt eingestellt werden. Jedoch ergab sich hier eine differenzierte Entwicklung: Der Rückgang bei den Jüngeren in der Arbeitslosenversicherung zeigt, dass die Beschäftigungsmöglichkeiten für aktuell Ausgebildete günstig sind. Die leichte Zunahme bei den Jüngeren in der Grundsicherung ist ein Indiz für Übergangsarbeitslosigkeit zwischen Schulabgang und Beginn einer Ausbildung oder einer alternativen Maßnahme von Jüngeren, die Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft sind.

„Die Erfahrung der letzten Aufschwungphasen zeigt, dass sich die Betriebe mit steigendemFachkräftebedarf an die spezifischen Qualitäten lebensälterer Arbeitnehmer erinnern werden, denn eine noch so aktuelle Ausbildung kann die längere Berufserfahrung nicht ersetzen“, so Stefan Krause. „So erfreulich die Entwicklung seit dem Frühjahr auch zu werten ist, so muss aber gleichzeitig auf die erheblichen Diskrepanzen zwischen Arbeitskräfteangebot und –nachfrage hingewiesen werden. Zwischen 26.294 Arbeitslosen und 2.225 offenen Stellen klafft nach wie vor eine erhebliche Lücke.“

Die Arbeitslosenquote für die Region beträgt nunmehr 7,2 Prozent nach 7,3 Prozent im Vormonat und 7,9 Prozent im Vorjahr. Von den 26.294 Arbeitslosen entfielen 9.674 auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung und 16.620 auf den Bereich der Grundsicherung. Im Rahmen der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung mündeten seit Jahresanfang 8.565 Männer und Frauen aus dem Kundenkreis der Agentur in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt und 4.159 aus dem Kundenkreis der Arbeitsgemeinschaften. Lange Arbeitslosigkeit in Verbindung mit möglichen weiteren Handicaps erschwert die Reintegration in den Arbeitsmarkt.

Im Laufe des Berichtsmonats meldeten die hiesigen Betriebe dem Arbeitgeberservice 1.153 neue Arbeitsstellen[1], dies waren 85 oder 6,9 Prozent weniger als im Juli 2010, jedoch 510 oder 79,3 Prozent mehr als im August 2009. Zum Monatsabschluss waren für 2.225 Stellen die Vermittlungsbemühungen noch nicht abgeschlossen, 98 oder 4,6 Prozent mehr als im Vormonat und 860 oder 63,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Diese Ausdehnung der Kräftenachfrage wurde insbesondere bei den Fertigungsberufen deutlich: Hier waren zuletzt noch 982 Arbeitsstellen unbesetzt, 61 oder 6,6 Prozent mehr als vor vier Wochen und 516 oder 110,7 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Insbesondere bei Schlossern, Mechanikern, Elektrikern, Zerspanungsmechanikern und Schweißern zeigten die Betriebe einen deutlich höheren Einstellungsbedarf. Ähnliches gilt auch für die Technischen Berufe wie Ingenieure des Maschinen- und des Fahrzeugbaus sowie Maschinenbautechniker. 39,1 Prozent der Stellen wurden über Zeitarbeitsunternehmen gemeldet.

Die Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit u. a. auch Teilnehmer/innen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sowie der beruflichen Weiterbildung, in Arbeitsgelegenheiten Beschäftigte und geförderte Existenzgründer umfasst, addierte sich im August 2010 nach vorläufigen Berechnungen auf 33.100; dies waren 762 oder 2,2 Prozent weniger als im Juli und 2.637 oder 7,4 Prozent weniger als im August 2009. „Einerseits zeigen diese Zahlen, dass die nach wie vor bestehenden Arbeitsmarktprobleme mehr Arbeitnehmer/innen betreffen als es die Arbeitslosenzahl aussagt, aber andererseits zeigt sich auch, dass die aktuelle Arbeitsmarktbelebung sich nicht auf statistische Effekte beschränkt“, so Stefan Krause.

Obwohl am 1. August verschiedene Ausbildungsverhältnisse begonnen haben und weitere am 1. September beginnen werden, hat das Ausbildungsstellenangebot in der Region in den letzten vier Wochen noch einmal etwas zugelegt. Gleichzeitig meldeten sich auch noch weitere Ausbildungsstellenbewerber/innen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich dabei die Relationen zwischen Stellenangebot und Bewerbern zugunsten der Bewerber von 0,64 zu 1 auf 0,72 zu 1 verbessert. Seit Oktober 2009 meldeten die hiesigen Betriebe der Agentur für Arbeit 2.766 Ausbildungsstellen, 338 oder 13,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im August waren bei 577 dieser Stellen noch keine Einstellungsentscheidung getroffen worden, 158 oder 37,7 mehr als im August 2009. Auch im – durch die auslaufende Wirtschaftskrise besonders betroffenen – Oberbergischen Kreis wuchs das Ausbildungsstellenangebot um 4,7 Prozent auf 1.042. Dieser Zuwachs beschränkte sich auf Dienstleistungsberufe, denn im Bereich der Fertigungsberufe war das Angebot noch rückläufig. „Die Krise im Automobilsektor hat bei verschiedenen Betrieben der Region Spuren hinterlassen, die sich noch aktuell auswirken“, so Stefan Krause. „Ich hoffe, dass die wieder entflammte Diskussion um den Fachkräftebedarf, das bewährte Instrument der betrieblichen Ausbildung zusätzlich belebt. Dabei wird man zunehmend auch solche Personengruppen berücksichtigen, die bisher geringere Chancen für einen Ausbildungsplatz hatten.“ Die Zahl der Bewerber/innen für Berufsausbildungsstellen lag mit 3.867 um 53 oder 1,4 Prozent über der Zwischensumme des Vorjahres. Im August hatten 743 junge Männer und Frauen noch keine Ausbildungszusage oder ein alternatives Angebot, 16 oder 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Verhältnis noch unbesetzte Berufsausbildungsstellen zu noch unversorgten Bewerbern hat sich von 0,55 zu 1 im Vorjahr auf nunmehr 0,78 zu 1 verbessert.

Regionale Entwicklung in den Kreisen

Hinweis: Aussagen zu den Geschäftsstellenbezirken finden Sie im beigefügten Arbeitsmarktreport.

Die derzeitige konjunkturelle Belebung wird vor allem bei Betrieben des Produzierenden Gewerbes sichtbar und daher stellen sie auch vermehrt ein. Sie sind vor allem im Oberbergischen Kreis und in Leverkusen angesiedelt und so war dort der aktuelle Rückgang der Arbeitslosigkeit ausgeprägter als im Rheinisch-Bergischen Kreis, in dem der Dienstleistungssektor die Wirtschaftsstruktur in erheblichem Maße beeinflusst.

Bezogen auf die einzelnen Kommunen reichten die Veränderungsraten gegenüber dem Vormonat von -4,7 Prozent in Leichlingen bis zu +2,0 Prozent in Odenthal und gegenüber dem Vorjahr von -20,6 Prozent in Marienheide bis zu +3,0 Prozent in Wermelskirchen.

Trotz der insgesamt rückläufigen Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Oberbergischen Kreis zeigen einige Eckdaten des Arbeitsmarktes, dass das Arbeitslosigkeitsrisiko nach wie vor hoch ist: So fanden zwar auch im August 2010 mehr Arbeitslose eine neue Erwerbstätigkeit (932) als andererseits entlassen wurden (822), aber im Vergleich zu den letzten zwei Monaten fielen die Beschäftigungsaufnahmen niedriger aus und die Freisetzungen etwas höher. Zum Monatsabschluss waren 10.197 Männer und Frauen zwischen Radevormwald und Morsbach noch arbeitslos, 176 oder 1,7 Prozent weniger als im Juli und 1.178 oder 10,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung war die Entwicklung etwas ausgeprägter; hier sank die Arbeitslosenzahl seit Juli um 103 oder 2,5 Prozent auf 4.097 und lag dabei um 1.089 oder 21,0 Prozent unter dem Vorjahresstand. In der Grundsicherung sank sie im August um 73 oder 1,2 Prozent auf 6.100, dabei blieb sie nunmehr auch um 89 oder 1,4 Prozent unter dem Stand vom August 2009. Die Arbeitslosenquote im Oberbergischen Kreis beträgt 7,2 Prozent nach 7,3 Prozent im Vormonat; vor einem Jahr lag sie noch bei 7,9 Prozent.

Das Arbeitsstellenangebot im Kreis blieb mit 784 freien Arbeitsplätzen nahezu auf dem Vormonatsstand (781); der Vorjahresstand wurde dagegen deutlich übertroffen um 169 oder 27,5 Prozent. Gesucht werden aktuell vor allem Altenpfleger, Schweißer, Zerspanungsmechaniker, Elektroinstallateure, Hilfskräfte im Metallbereich, Schlosser, Techniker und Energieanlagenelektroniker. Dabei stellen die Betriebe in vielen Berufen eher ausgebildete jüngere Arbeitskräfte ein, als ältere Arbeitnehmer.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis hielten sich Einstellungen und Entlassungen nahezu die Waage und insoweit blieb die Zahl der Arbeitslosen im Saldo kaum verändert. Im Laufe des Monats hatten sich 665 Männer und Frauen nach Verlust ihrer Arbeitsplätze arbeitslos gemeldet, gleichzeitig konnten 675 eine neue Beschäftigung aufnehmen. Zum Monatsabschluss lag die Zahl der Arbeitslosen mit 9.618 um 70 oder 0,7 Prozent unter dem Stand vom Juli und um 91 oder 0,9 Prozent unter dem vom August 2009. Auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung entfielen 3.466 arbeitslose Männer und Frauen und auf die Grundsicherung 6.152. Die Arbeitslosenquote blieb mit 6,9 Prozent auf dem Niveau des Vormonats und des Vorjahresmonats. Auch im Rheinisch-Bergischen Kreis konnten die jüngeren Jahrgänge eher am leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit teilnehmen als die älteren Jahrgänge, die sogar einen Anstieg ihrer Arbeitslosigkeit hinzunehmen hatten.

Das Stellenangebot nimmt auch im Rheinisch-Bergischen Kreis zu, so gab es im August mit 907 noch unbesetzten Stellen 31 oder 3,5 Prozent mehr als im Juli und 439 oder 93,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gesucht werden besonders Alten- und Krankenpfleger, Erzieherinnen, Verkaufspersonal, Kellner und Helfer im Küchenbereich sowie Zentralheizungs- und Lüftungsbauer.

Ein kräftig angestiegenes Stellenangebot ermöglichte im Ferienmonat August, dass erneut fast 500 Arbeitslose aus Leverkusen eine neue Stelle fanden. Trotzdem verloren fast genauso viele Arbeitnehmer/innen ihre bisherige Beschäftigung in der Chemiestadt oder anderen Arbeitsorten. Da aber gleichzeitig im August zahlreiche Ausbildungsverhältnisse begannen, fiel die Arbeitslosenzahl zum Monatsabschluss mit 6.479 um 151 oder 2,3 Prozent niedriger aus als im Juli und um 964 oder 13,0 Prozent niedriger als im August 2009. 2.111 Arbeitslose entfielen auf die Arbeitslosenversicherung und 4.368 auf die Grundsicherung. Die Arbeitslosenquote sank von 9,1 Prozent im Vorjahr über 8,1 Prozent im Vormonat auf nunmehr 7,9 Prozent.

Das Angebot an Arbeitsstellen hat in Leverkusen weiter kräftig zugenommen: Allein in den letzten vier Wochen stieg es um 64 oder 13,9 Prozent auf 534 und lag damit um 252 oder 89,4 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Die Arbeitgeber suchten vor allem Bürofachkräfte, Altenpfleger, Restaurantfachleute, Maler und Lackierer, Chemiebetriebswerker, Maschinisten und Verkaufshilfen.


[1] Die Arbeitsstellen umfassen nur ungeförderte Arbeitsstellenangebote am sogenannten 1. Arbeitsmarkt und setzen sich zusammen aus:- Sozialversichungspflichtige,- geringfügige (Minijobs etc.) und sonstige Arbeitsstellen (z.B. Praktikanten-Arbeitsstellen)



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