Alzheimer„Allein schaffe ich das nicht“ - Leben mit Alzheimer
Oberbergischer Kreis lädt zum Demenztag am 18. September ein „Er hat seine Defizite vertuscht“, erinnert sich Renate K. Es kamen Ausflüchte wie: „Ich habe keine Brille auf - wie spät ist es?“ Andreas K. verlor schließlich seinen Job und bekam Depressionen. Das Ehepaar suchte gemeinsam nach einer neuen Arbeit für ihn und Andreas K. bekam eine Stelle, aber schon nach wenigen Tagen musste er die Berufstätigkeit aufgeben. Er fand sich alleine nicht mehr zurecht. Andreas K. suchte erstmals einen Arzt auf, - ein ¾ Jahr nachdem es erste Anzeichen für seine Erkrankung gab. Als bei ihrem Ehemann „Alzheimer“ diagnostiziert wurde, war das für Renate K. „schlimm“, wie sie sagt. Gleichzeitig habe sie erleichtert reagiert. „Weil ich endlich wusste, was los ist.“ Die weitaus größte Zahl der Erkrankten wird zu Hause versorgt, meistens vom Ehe- bzw. Lebenspartner, von den Kindern und Schwiegerkindern. Die häusliche Pflege übernehmen vorwiegend Frauen. Auch für Renate K. war es selbstverständlich, dass sie ihren Ehemann zu Hause pflegt. Die Wiehlerin sammelte Informationen über die Krankheit Alzheimer. Renate K. belegte Kurse. „Ich habe nach und nach Hilfen in Anspruch genommen“, sagt sie im Hinblick auf den Krankheitsverlauf und betont dabei, wie wichtig es ist, offensiv mit der Erkrankung umzugehen. Große Unterstützung habe sie dabei von der Alzheimergesellschaft im Bergischen Land e.V. erhalten und auch durch die Pflege- und Seniorenberatung vor Ort. „Ich habe meinen Mann überall mit hingenommen und einfach gelächelt, wenn er auf Situationen und Fragen unpassend reagiert hat.“ Allerdings kann sie sich schwer damit abfinden, wie sich die Persönlichkeit ihres Mannes verändert. Die ersten zwei Jahre sei sie mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer zurecht gekommen, vermittelt durch die Alzheimergesellschaft. „Ich brauche Hilfe, beispielsweise um einfache alltägliche Dinge wie den Einkauf zu bewerkstelligen“, sagt Renate K. Die Wiehlerin musste ihren Alltag völlig neu organisieren. „Ich war voll berufstätig im Finanzamt. Dort ist man mir sehr entgegen gekommen.“ Auch ihre gute Nachbarschaft sei eine große und verlässliche Hilfe, sagt sie. Vormittags erhielt Renate K. Unterstützung durch die Alzheimergesellschaft, ab dem Nachmittag war sie für ihren Ehemann da. „Wir haben gesungen, Sport gemacht.“ Vor einem Jahr nahm sie erstmals eine Einrichtung zur Tagespflege in Anspruch. Als sich der Zustand ihres Mannes verschlechtert, schaltet sie eine Kurzzeitpflege ein. Eine Einzelbetreuung wäre da schon nötig gewesen, aber das konnte ich nicht bezahlen“, sagt Renate K. Eine kompetente Betreuung ist ihr wichtig. „Es gibt keine Medikamente. Man muss immer reagieren. Helfen kann man nur wenig“, sagt sie. „Doch es gibt auch schöne Momente und davon zehren wir beide.“ Auf einer Internetplattform tauscht sich die Ehefrau mit ebenfalls betroffenen Angehörigen aus. „Die Leute bleiben nicht alleine, es gibt viele Hilfen.“ Renate K. empfiehlt allen Betroffenen schnell zu reagieren. Sie sollten möglichst früh einen vertrauten Arzt aufsuchen. Gerade im Anfangsstadium könnten Medikamente helfen. „Man sollte den Betroffenen beobachten. Wenn sich die Bedenken nach einem halben Jahr erhärten, sollte ein Neurologe aufgesucht werden“, empfiehlt Renate K. „Man braucht viel Geduld, viel Liebe und viel Gelassenheit. Alzheimer-Patienten suchen Halt in einer vertrauten Person“, erklärt Renate K. Andreas K. Erkrankung ist nach sechs Jahren soweit fortgeschritten, dass sich seine Frau inzwischen auf eine stationäre Pflege für ihn Mann einstellt. „Damit er in Würde und qualitativ gut versorgt wird.“ Alzheimer Gesellschaft im Bergischen Land e.V. Demenz-Servicezentrum Bergisches Land
Zuletzt aktualisiert am: 23.08.2010. 3902 09.06.2026).
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