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Wenn Zappelphilip nicht aufhören kann

Eine echte Behandlungsalternative bzw. -ergänzung stellt die Traditionelle Chinesische Medizin im Rader Krankenhaus dar. Insbesondere deswegen, weil keine Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Wenn ein Kind kurzfristig einmal sehr aktiv und rastlos ist, sollte einen dies nicht gleich beunruhigen. Doch sobald diese Kinder nicht mehr damit aufhören und Beschwerden von Seiten der Erzieher im Kindergarten oder der Lehrer in der Schule an die Eltern heran getragen werden, sollte man sich Gedanken machen. Es kann sich um ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder aber in Kombination mit einer Hyperaktivität um ADHS handeln. Bevor der Arzt jedoch zu einer medikamentösen Therapie greift, muss erst einmal eine ausgiebige neurologische und kinderpsychologische oder -psychiatrische Diagnostik stattfinden. 

Kinder werden häufig erstmalig auffällig durch eine gestörte Aufmerksamkeit, Überaktivität oder eventuell auch eine gewisse Art von gestörter Koordination. Das Lernen kann, muss aber nicht schwer fallen. Neurologische, psychologische und psychiatrische Tests zeigen in den meisten Fällen eine normale mentale Entwicklung. Bei 5% der Kinder kann ein Hyperaktivitätssyndrom vorliegen. Das Auftreten ist bei Jungen häufiger als bei Mädchen. Das kindliche Lernverhalten sowie das soziale Leben, insbesondere in der Familie, können erheblich gestört sein. Großes Augenmerk wird von Seiten der Kinderärzte, Neuropathologen, Psychiater und Psychologen auf das ADHS-Syndrom gerichtet, die Therapie hat sich in den letzten 30 Jahren jedoch kaum verändert. Neben psychotherapeutischen Verhaltenstherapien bleibt oft nur der Griff zu „Ritalin“, ein Medikament, das viele Nebenwirkungen hat. Die Therapie sollte gekennzeichnet sein durch eine Kooperation der behandelnden Ärzte, Psychologen, sowie Lehrer und Erzieher. Abnorme Verhaltensweisen sollten korrigiert werden. Gutes Verhalten sollte positiv unterstützt werden. Wichtig scheint auch, dass im Rahmen der familiären Erziehung darauf geachtet wird, die Kinder nicht zu viel fernsehen zu lassen. Die oft hohe Bildfolge führt insbesondere bei Klein- und Kleinstkindern zu einer Überforderung der kindlichen Aufnahmefähigkeit. Auch Computerspiele sollten, wenn überhaupt, nur eingeschränkt von Kindern konsumiert werden. Alles natürlich nur unter der Kontrolle der Eltern. Insbesondere sollte auf Gewaltspiele gänzlich verzichtet werden. Auf eine ausgewogene Ernährung auf biologisch hochwertiger Basis sollte umgestellt werden. Weizenmehl, raffinierter Zucker sowie zu viele Süßigkeiten und Milchprodukte sollten gemieden werden. Eine ausgewogene Ernährung auf der Basis von Gemüse, Obst und Vollwertgetreide in Verbindung mit hochwertigem Biofleisch sollte geachtet werden. Für ausreichende sportliche Aktivitäten sollte gesorgt werden. Die Kinder müssen sich austoben können, insbesondere sollten die Kinder nicht unter Leistungsdruck gestellt werden. Eine echte Behandlungsalternative bzw. -ergänzung stellt die Traditionelle Chinesische Medizin dar. Insbesondere deswegen, weil keine Nebenwirkungen zu erwarten sind. In der Traditionellen Chinesischen Medizin dreht sich alles um einen Ausgleich von Yin und Yang, so Christian Kuhlmann, Chefarzt der Abteilung für Traditionelle Chinesische Medizin am Johanniter Krankenhaus Radevormwald. Ein neues Individuum entwickelt sich aus der Essenz der Eltern, die bei der Empfängnis in Form von Ei- und Samenzelle miteinander verschmelzen. Sollte diese Essenz oder auch Ursprungsenergie der Eltern durch Krankheit oder sonstiges gestört sein, kann sie sich auf das Neugeborene übertragen, so dass Yin und Yang unausgewogen sind. Das Wachstum und die Entwicklung des Kindes können gestört sein, was insbesondere bei einem Defizit des Yins zu einem relativ erhöhten Yang führt. Die Ausgeglichenheit zwischen Yin und Yang ist aber essenziell für die Erhaltung der Gesundheit und der mentalen Aktivitäten. Das Yin ist Ausdruck der Ruhe und Gelassenheit während das Yang für die Aktivität und Impulsivität steht. In erster Linie sind die Organe Herz, Milz, Leber und Niere betroffen. Das Herz ist, wie schulmedizinisch auch, für die Zirkulation des Blutes hauptverantwortlich. Im Gegensatz zur westlichen Medizin jedoch auch für die mentalen und geistigen Aktivitäten. In der chinesischen Medizin sagt man auch: „ Die Sprache des Herzens ist die Stimme. Das Herz, das Haus des Geistes, ist der Ursprung der Intelligenz und soll sich immer ruhig verhalten. Der Geist funktioniert dann gut, wenn auch das Herz ausreichend genährt wird.“ Das Herz gehört in der Chinesischen Medizin zum Feuerelement mit einem Yang Charakter. Eine exzessive Aktivität des Herzens führt letztendlich zu mentalen Störungen. In der Kindheit ist das Yang des Herzens meistens sehr stark und neigt zur Hyperaktivität, man spricht dann auch von Herzfeuer. Da das zu starke Yang das Yin, d.h. die Säfte des Herzens verbraucht, kann das Herz nicht ausreichend mit Blut versorgt werden, so dass es zu geistigen Störungen kommen kann. Die mentale Aktivität kann schwach entwickelt sein, die Kinder können nur für kurze Zeit aufmerksam sein, die Sprache kann, muss aber nicht gestört sein – das Gleiche gilt für das Lernverhalten. Die Milz ist das zentrale Stoffwechselorgan im menschlichen Körper. Ein inadäquate Ernährung mit zu viel Milchprodukten, Rohkost oder zu viel Süßem führt zu Verdauungsstörungen und gestörter Resorption von Nährstoffen. Das kann dazu führen, dass es zu Störungen im Bereich des Denkens, sowie zu emotionalen Problemen, oft wechselnden Interessen sowie unkonzentriertem Sprechen kommt. Die Leber ist in der chinesischen Medizin verantwortlich für das Seelenleben. Ihr wird das Temperament zugeordnet und Kinder neigen häufig zu einer Überaktivität des Leber-Yang. Dies kommt zum Ausdruck in Impulsivität, Rastlosigkeit und manchmal auch spontanem Schreien. Die Niere speichert die Essenz, die uns von den Eltern übertragen wurde. Sie soll das Gehirn, das Mark, die Nerven sowie die Knochen in der Vorstellung der traditionellen chinesischen Medizin nähren. Kann die Niere ihrer Aufgabe nicht gerecht werden, können auch das Gehirn und das Mark nur unzureichend genährt werden, dies kann sich in Form von Unkoordiniertheit, gestörter Aufmerksamkeit und schlechtem Zuhören, sowie ebenfalls in verlängertem Bettnässen äußern. Aus diesen Ausführungen über die einzelnen Organsysteme ist ersichtlich, dass der Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin ein völlig anderes Denken zu Grunde liegt, für den Laien und auch den westlich orientierten Therapeuten oft schwer zu verstehen. Andere Faktoren, die eine wesentliche Rolle spielen, sind zum Beispiel eine erschwerte Geburt mit Sauerstoffmangel, spontan entstandene Kopfverletzungen unter der Geburt, Gehirnerkrankungen wie Entzündungen, die chinesisch betrachtet zu einer Blockade von Qi und Blut führen. In der Diagnostik wichtig ist die familiäre Vorgeschichte und, wie erwähnt, Störungen vor und während der Geburt, Verletzung oder Infektionen, das familiäre Umfeld und deren Erziehungsmethoden. Hauptsymptome sind wie weiter oben beschrieben Bewegungsstörungen, Störungen im Verhalten sowie Probleme im Lernen. Dies kommt zum Ausdruck durch ständig überhastete Bewegungen, die oft ohne besonderen Zweck ausgeführt werden. Die Interessen können sich von Sekunde zu Sekunde ändern. Die verlängerte Aufmerksamkeit für eine gestellte Aufgabe ist nur schlecht möglich. Die Kinder können nicht still sitzen, bewegen spontan ihre Hände, strecken ihre Zunge raus, sie sind sehr impulsiv, ihr Temperament ist nur schwer einzuschätzen. In der neurologischen Untersuchung sind die Ergebnisse meistens völlig unauffällig, auch das EEG zeigt keine Auffälligkeiten. Im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin stehen uns die Ganzkörperakupunktur, sowie die Ohrakupunktur und die Anwendung von chinesischen Kräuterrezepturen zur Verfügung. Dies sollte immer nur nach ausgiebiger Erhebung der Krankenvorgeschichte geschehen. Es sollte auch immer eine Puls- und Zungendiagnostik erfolgen. Somit ist der Therapeut in der Lage die vorliegende Störung, sei es ein zuviel des Yang oder aber zu wenig Yin, zu erkennen. Durch Anwendung der Nadelakupunktur an bestimmten Körperpunkten, die auf so genannten Energieleitbahnen, den Meridianen liegen und den Organen des Körpers zugeordnet werden, kann so ein Ausgleich des energetischen Ungleichgewichtes stattfinden. Die chinesischen Kräuter wirken in ähnlicher Weise harmonisierend auf den Körper. Durch die Kombination der verschiedenen chinesischen Behandlungsweisen sind gute Ergebnisse zu erzielen.

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